Reifenservice: Schöner wuchten

Extreme Rad-Reifen-Kombinationen stellen die Mitarbeiter in der Werkstatt zum einen beim Montieren vor große Probleme – zum anderen zerstören sichtbar angebrachte Auswuchtgewichte in den Augen vieler Kunden die makellose Optik der teuren Felgen.

| Autor: Ottmar Holz

Der Punktlaser zeigt dem Monteur die exakte Mitte der Position des Auswuchtgewichts. Die unauffällige Platzierung hinter der Speiche ist kein Zufall – hier wird im Splitmodus gewuchtet.
Der Punktlaser zeigt dem Monteur die exakte Mitte der Position des Auswuchtgewichts. Die unauffällige Platzierung hinter der Speiche ist kein Zufall – hier wird im Splitmodus gewuchtet. (Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Hauptsache ruhiger Rundlauf? Den meisten Autofahrern ist es rundheraus gesagt völlig schnuppe, ob die Wuchtgewichte an den Felgen ihrer Fahrzeuge innen geklebt, außen aufgeschlagen oder farblich angepasst sind. Doch automobile Enthusiasten sehen das ganz anders, schließlich haben sie im Regelfall viel Geld in individuelle Sonderräder gesteckt. Und genau diese Klientel ist für einen Kfz-Betrieb sehr wichtig, obwohl sie gewiss recht kritisch und oft auch nicht gerade pflegeleicht ist. Aber diese Kunden sind zahlungskräftig und auch willig, in umfangreichere Reparaturen oder teurere Ersatzteile zu investieren – selbst wenn es nur um den optischen Werterhalt und nicht um die reine Verkehrssicherheit ihres automobilen Schmuckstücks geht.

Trotzdem vergeben viele Autohäuser und freie Servicebetriebe diese Chance, das zeigt ein ernüchternder Blick in die aktuelle BIX-Umfrage der Redaktion zum Thema Reifengeschäft. 90 Prozent der befragten Betriebe wollen 2019 hier kein Geld ausgeben. Und die überwiegende Mehrzahl der wenigen Investitionsbereiten erweitert nur das eigene Räderhotel. Gerade mal jedes 50. Autohaus und jede 100. freie Werkstatt plant, eine neue Wuchtmaschine anzuschaffen – der Rest wuchtet weiter mit der Technik von gestern an den Rädern von morgen.

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