Reisemobil-Trio für Pärchen

Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

In der Mehrzahl sind Reisemobilisten heute zu zweit unterwegs. Kein Wunder, dass die Hersteller selbst große Fahrzeuge jenseits der 3,5-Tonnen-Klasse immer mehr für das Urlaubsvergnügen in trauter Zweisamkeit konzipieren. Mit sehr unterschiedlichen Lösungen.

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Für die B-Klasse DL 534 ruft der Hersteller Hymer mindestens 85.000 Euro ab.
Für die B-Klasse DL 534 ruft der Hersteller Hymer mindestens 85.000 Euro ab.
(Bild: Hymer)

Die Wahrnehmung auf den Campingplätzen in Europa täuscht nicht: Familien mit Kindern sind meistens mit einem Wohnwagen-Gespann unterwegs, während die immer zahlreicheren Reisemobile in der großen Mehrzahl eine Pärchen-Besatzung aufweisen. Das liegt nicht zuletzt an der quantitativ sehr stark vertretenen Ü60-Klientel, die frei von arbeitszeitlichen Verpflichtungen ungehemmt ihrer Reiselust frönen kann. Was hauptsächlich eben zu zweit geschieht, allenfalls mal hier und da mit einem Enkelchen im Schlepptau.

Da diese Zielgruppe ihre Führerscheine in der Regel vor 1999 erworben hat, spielt eine Begrenzung des Fahrzeuggewichts auf 3,5 Tonnen hier auch keine Rolle. Weshalb die Reisemobil-Hersteller immer häufiger selbst große und hochpreisige Produkte ganz konkret auf das wohnmobile Leben im Zweiermodus ausrichten. Mit bemerkenswerter Vielfalt.

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Das zeigt sich bei unserem Testtrio, bestehend aus dem Niesmann Smove, dem La Strada Nova M Allrad und der Hymer B-Klasse DL 534 als Duo-Version, schon rein äußerlich. Der noch taufrische Smove 7.4E der Firma Niesmann+Bischoff aus Polch bei Koblenz ist das erste teilintegrierte Fahrzeug der edlen Liner-Marke, die als Reisemobil-Manufaktur eine Sonderstellung im Markenimperium der Erwin-Hymer-Gruppe einnimmt. Er hat bei seiner Premiere im vergangenen Jahr als Designer-Mobil für Furore gesorgt, ist auch mit dem German Design Award ausgezeichnet worden und passt hervorragend in eine Zeit, in der Kunden ein zum Wohnen eher praxisorientiertes Eigenheim auf Rädern auch schön verpackt wissen wollen.

Auch der etablierte Nova M des hessischen Kastenwagen-Spezialisten La Strada ist aufgrund seiner Monocoque-Bauweise mit der GfK-Wohnkabine „aus einem Stück“ ein Hingucker, wegen des Allradantriebs wirkt das schlanke, satte drei Meter hohe Gefährt jedoch längst nicht so elegant wie der Smove. Die Hymer B-Klasse, seit 1981 auf dem Markt, ist schon ein regelrechter Klassiker im Reisemobilbau und hat daher auch keine stilistischen Extravaganzen nötig. Der auf zwei Personen zugeschnittene Grundriss des voll integrierten B-DL 538 Duo feierte allerdings erst im vergangenen Jahr sein Debüt.

Unterschiedliche Innenarchitektur

Die Innenarchitektur des Trios könnte ebenfalls kaum unterschiedlicher sein. Grundverschieden sind etwa die Lösungen für eine erholsame Nachtruhe. Dabei vertraut ausgerechnet der frecheste Neuling dem konventionellsten Konzept: Das Schlafzimmer im rund 7,40 Meter langen Smove besteht aus zwei einzelnen Längsbetten im Heck, so wie es die deutschen Reisemobilisten am liebsten mögen.

So bequem wie die Kojen ist der Zugang über zwei Trittstufen. Mit einem Zwischenteil lässt sich eine durchgängige Liegefläche bauen. Großzügiges Raumgefühl, reichlich Oberschränke und ein gut zugänglicher Kleiderschrank unter dem Fußende, ordentliches Licht – ein perfektes Schlafzimmer.

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