Bilanz Rekorde für Audi und Porsche – so schlugen sich die VW-Marken im ersten Halbjahr

Autor Christoph Seyerlein

Im zweiten Quartal kamen Volkswagens Geschäfte auch in Europa wieder in Schwung. Insgesamt fiel das erste Quartal bei allen Marken klar besser als die ersten sechs Monate 2020. Doch sein Vor-Corona-Niveau hat Volkswagen noch nicht wieder erreicht.

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Audi hätte beinahe erstmals in einem ersten Halbjahr die Marke von einer Million Auslieferungen geknackt.
Audi hätte beinahe erstmals in einem ersten Halbjahr die Marke von einer Million Auslieferungen geknackt.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Beinahe wäre die Million gefallen: Mit 981.000 Auslieferungen kratzte Audi im ersten Halbjahr 2021 an jener Marke. Doch auch so reichte es zu einem neuen Auslieferungsrekord für die Ingolstädter. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte das Fabrikat um 38,8 Prozent zu.

Prozentual noch stärker entwickelte sich von den Pkw-Marken aus dem Volkswagen-Konzern nur Seat. Angetrieben von einem enormen Push im zweiten Quartal (+145,9 Prozent) erreichten die Spanier im ersten Halbjahr mit 280.700 Einheiten ein Plus von 45,1 Prozent. Und das, nachdem sie lange Zeit die Volkswagen-Marke waren, die bei den Absatzzahlen mit am schwersten mit der Corona-Krise zu kämpfen hatten.

Auch ansonsten konnten alle Fabrikate (inklusive der Nutzfahrzeug- und Lkw-Marken) gegenüber dem Lockdown-geprägten ersten Halbjahr 2020 spürbar zulegen. Porsche erreichte wie Audi mit 153.700 Einheiten einen neuen Halbjahres-Rekord. Keinen Halbjahres- aber einen Juni-Bestwert erzielte die Kernmarke VW Pkw laut Vertriebsvorstand Klaus Zellmer mit rund 407.000 Auslieferungen. Hier die Halbjahreszahlen der Fabrikate auf einen Blick:

Insgesamt setzte der Volkswagen-Konzern in den ersten sechs Monaten 2021 fast fünf Millionen Fahrzeuge ab – 4.978.200, um genau zu sein (+27,9 Prozent im Vergleich zu 2020). Ihr Vor-Corona-Niveau haben die Wolfsburger damit aber noch nicht wieder erreicht: Im ersten Halbjahr 2019 waren es noch 5.365.300 Auslieferungen.

Nachdem von den einzelnen Regionen Europa am längsten gebraucht hatte, infolge der Corona-Krise wieder in Schwung zu kommen, kann Volkswagen auch hier inzwischen wieder klare Zuwächse vermelden. In Westeuropa steigerte sich der Konzern nach einem starken zweiten Quartal (+87,8 Prozent) in den ersten sechs Monaten mit 1.633.500 Einheiten um 30,8 Prozent. Noch stärker fiel das Wachstum in Nord- (493.300 Einheiten, +45,1 Prozent) und Südamerika (276.000, +45 Prozent) aus. Größter Einzelmarkt für Volkswagen war wie gewohnt China mit 1.848.400 Auslieferungen (+16,2 Prozent).

Was macht der Chipmangel mit dem zweiten Halbjahr?

Ob der Automobilhersteller seine Zahlen auch im zweiten Halbjahr weiter nach oben schrauben kann, bleibt abzuwarten. Bekanntermaßen grassiert in der Branche derzeit ein Halbleitermangel. Und dieser könnte im zweiten Halbjahr nach Aussagen der Industrie noch schwerer zu Buche schlagen als bislang. So halfen den Wolfsburgern laut Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim im bisherigen Jahresverlauf beispielsweise volle Lager ein gutes Stück über die Engpässe hinweg. Das wird sich so aber nicht fortführen lassen, kündigte der Manager an.

In China bekommt Volkswagen die Folgen bereits zu spüren: Nach einem erfolgreichen ersten Quartal (+61,5 Prozent), riss für den Konzern dort im zweiten Quartal schon der Faden (-12,2 Prozent). Volkswagens China-Chef Stephan Wöllenstein sprach am Freitag deshalb auch von einem „besonders herausfordernden Jahr“. Für den weiteren Verlauf zeigte er sich aber zumindest für seinen Markt vorsichtig optimistisch: „Während sich die Chipknappheit in den letzten Monaten vorübergehend auf unsere Umsatzentwicklung ausgewirkt hat, erwarten wir keine langfristigen Auswirkungen“, sagte Wöllenstein.

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