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Rekordjahr bei VW Nutzfahrzeuge

| Autor / Redakteur: Stephan Richter / Gerd Steiler

Die weltweiten Auslieferungen von VW Nutzfahrzeuge sind 2010 im Jahresvergleich um 22,8 Prozent gestiegen. In Deutschland konnte der Hersteller 116.000 Einheiten absetzen. 2011 will man noch besser abschneiden.

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Ehrgeizige Ziele: Volkswagen Nutzfahrzeuge möchte in diesem Jahr an das Rekordergebnis von 2010 anknüpfen.
Ehrgeizige Ziele: Volkswagen Nutzfahrzeuge möchte in diesem Jahr an das Rekordergebnis von 2010 anknüpfen.
( Archiv: Vogel Business Media )

2010 war das bislang erfolgreichste Jahr in der Geschichte von VW Nutzfahrzeuge. Mit weltweit 435.000 verkauften Einheiten erreichte das Unternehmen einen Zuwachs von 22,8 Prozent gegenüber 2009. Bei einem Umsatz von fast 7,4 Milliarden Euro erzielte die Marke ein operatives Ergebnis von 232 Millionen Euro. „Der Gewinn resultiert aus eigener Kraft und nicht – wie im Vorjahr – aus dem Einmaleffekt des Verkaufserlöses der brasilianischen Trucksparte an MAN“, so Finanzvorstand Klaus-Dieter Schürmann bei der Jahrespressekonferenz in Berlin.

Gute Zahlen in Deutschland

In Deutschland zählte der Hersteller im vergangenen Jahr 116.000 neu zugelassene Fahrzeuge, davon 59.000 Einheiten der T5-Baureihe (+ 27,7 Prozent), 42.000 VW Caddy sowie 12.000 Crafter (+ 13,8 Prozent). Vom Amarok verkaufte der Hersteller weltweit 22.600 Einheiten. Ab 2012 baut VW Nutzfahrzeuge seinen Pick-up - zusätzlich zum Werk im argentinischen Pacheco - auch am Standort Hannover. Dort will der Hersteller jährlich 40.000 Amarok für Deutschland und Europa produzieren. Aufgrund der guten Zahlen zeigte sich Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Schreiber zuversichtlich, dieses positive Ergebnis 2011 noch übertreffen zu können: „Wir sehen noch viel Potenzial für unsere Modellpalette – VW Nutzfahrzeuge will mehr.“

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Neue Motoren und mehr Zubehör

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Hersteller noch einiges im Köcher. Ein Hoffnungsträger ist der neue Crafter, der im Juni seine Markteinführung feiert. „Wir trauen der neuen Generation durchaus zu, ab 2012 in seinem Segment von derzeit Platz 6 in Europa weiter aufzusteigen“, so Harald Schomburg, Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing. Der Multivan erhält neue Motorenvarianten: zum einen ein neues Aggreagat mit BlueMotion-Technologie (6,4 l/100 km, 169 g CO2/ Kilometer), zum anderen einen 200 PS starken Turbo-Benzinmotor. Der Amarok soll in Kürze mit Hardtop bestellbar sein, ab Jahresende auch mit einem Wandler-Automatikgetriebe.

Kooperationen mit Skoda und MAN denkbar

Über eine mögliche Kooperation mit den Marken Skoda oder MAN sei laut Schreiber noch keine Entscheidung gefallen: „Skoda hat selbst eine lange Tradition beim Bau leichter Nutzfahrzeuge. Wir untersuchen derzeit, inwiefern eine Zusammenarbeit für alle Parteien sinnvoll wäre.“ Ebenso denkbar wären Schreiber zufolge gemeinsame Projekte mit dem Nutzfahrzeughersteller MAN: „Wir bewegen uns mit dem Crafter in der Gewichtsklasse unter sechs Tonnen. Es gibt Optionen hier mit MAN zu kooperieren, diese sind aber bislang noch nicht konkretisiert“, so Schreiber.

Praxisttest für E-Caddy

Zum Engagement von VW Nutzfahrzeuge in China sagte Schreiber: „Für ganz große Stückzahlen, müssten wir vor Ort produzieren. Das ist derzeit noch nicht geplant. Zudem bedarf es hierfür eines Joint-Ventures. Sobald wir einen passenden Partner gefunden haben, überlegen wir weiter.“

Im Bereich der E-Mobilität möchte der Hersteller in diesem Jahr eine Flotte von elektrobetriebenen Caddy Blue-e-motion bei einem Großkunden testen, um Praxiserfahrungen im Alltagsbetrieb zu sammeln.

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 Stephan Richter

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