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Renault-Konzern verliert ein Drittel des Absatzes

| Autor: Andreas Grimm

Ein Absatzminus von 34,9 Prozent hat Renault für das erste Halbjahr in den Büchern stehen. Passend zum Antritt des neuen Konzernchefs Luca de Meo verbreitet der Autobauer aber Zuversicht. Einige Eckdaten geben dazu auch Anlass.

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In der Renault-Gruppe lief es zuletzt nicht rund.
In der Renault-Gruppe lief es zuletzt nicht rund.
(Bild: Renault)

Im der allgemeinen Absatzentwicklung des Automarktes ist auch der Absatz des französischen Herstellers Renault im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34,9 Prozent in den Keller gerauscht. Von Januar bis Ende Juni verkaufte der Konzern inklusiver seiner diversen Tochtermarken noch rund 1,26 Millionen Fahrzeuge. Das teilte die Groupe Renault am Montag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

In Europa fiel der Rückgang um 41,8 Prozent auf rund 624.000 Fahrzeuge überdurchschnittlich aus. In Russland und Zentralasien, der zweitgrößten Absatzregion mit noch knapp 300.000 Verkäufen, war der Absatz dagegen relativ stabil (-14,1 %), auf dem amerikanischen Kontinent sanken die Verkäufe um 44,7 Prozent auf noch 114.000 Einheiten. Der für Renault weniger bedeutsame chinesische Markt verlor 21,1 Prozent auf 71.000 Einheiten.

Den stärksten prozentualen Rückgang verzeichnete der koreanische Ableger Renault Samsung Motors mit 58,8 Prozent auf 53.000 Einheiten. Die Billigmarke Dacia verlor weltweit ebenfalls stark, sie verkaufte sich im ersten Halbjahr noch 211.000 Mal. Das ist ein Rückgang um 46,2 Prozent. Die Kernmarke Renault verlor 37,9 Prozent auf 760.000 Einheiten und der Lada-Absatz sank um 23,3 Prozent auf 153.000 Neuwagen. Schlecht sieht es auch für die erst vor einigen Jahren wiederbelebte Sportwagenmarke Alpine aus: Statt 2.850 Einheiten im Vorjahreszeitraum wurden im ersten Halbjahr 2020 nur noch 700 Einheiten abgesetzt.

Nachfrage zieht wieder an

Für den Monat Juni vermeldete der Konzern allerdings erste Lichtblicke mit einer deutlichen Belebung der Nachfrage. Die Marke Renault sei im Juni die Nummer eins in Europa gewesen, der Clio im ersten Halbjahr das bestverkaufte Modell seiner Klasse in Europa. Zudem erwartet der Konzern weitere Fortschritte in der Elektromobilität. Mit einem Plus der Zoe-Zulassungen um fast 50 Prozent auf 37.500 Einheiten habe Renault das meistverkaufte Elektroauto in Europa gestellt.

Renault geriet in den vergangenen Monaten in finanzielle Schwierigkeiten. Der Konzern kann inzwischen einen staatlich garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Der aus Italien stammende Automanager Luca de Meo amtiert seit Monatsbeginn als neuer Generaldirektor. Von dem früheren Seat-Chef wird in Frankreich nun ein Strategieplan erwartet.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«