Suchen

Renault ordnet Margensystem neu

Autor: Christoph Baeuchle

Anfang nächsten Jahres ändert Renault das Bonus- und Margensystem. Die Händler erhalten zwar einen höheren Grundrabatt, müssen aber auch stärker das eher unbeliebte Bestellsystem nutzen.

Firmen zum Thema

Renault Mitgliederversammlung: (v.li.) Thomas Wahl (Vizepräsident), Sylke Eßer-Bruß (Präsidentin, beide Renault-Händlerverband) und Olivier Gaudefroy (Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland).
Renault Mitgliederversammlung: (v.li.) Thomas Wahl (Vizepräsident), Sylke Eßer-Bruß (Präsidentin, beide Renault-Händlerverband) und Olivier Gaudefroy (Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland).
(Foto: Baeuchle)

Die Renault-Händler müssen sich auf ein neues Bonus- und Margensystem einstellen. Ab Anfang nächsten Jahres erhöhen die Franzosen den Grundrabatt. Zugleich wird das System stärker an die Nutzung des 2012 eingeführten Bestellsystems gekoppelt.

„Wir sind auf gutem Wege“, hob Vizepräsident Thomas Wahl zur Eröffnung der Renault-Mitgliederversammlung hervor. „Jetzt stehen wir vor einer ersten gemeinsamen Nagelprobe: das neue Bonus- und Margensystem.“ Ein Wechsel an der Spitze von Renault und beim Verband Deutscher Dacia- und Renault-Partner (VDRP) hat den Weg für einen Neustart geebnet. Entsprechend harmonisch verlief die Mitgliederversammlung.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

In ihrer Ansprache kritisierte VDRP-Präsidentin Sylke Eßer-Bruß, dass Renault die erste Möglichkeit nutze, um ein neues Bonus- und Margensystem einzuführen, lobte jedoch zugleich, dass der Importeur dies in Absprache mit dem Händlerverband gemacht habe. Denn die im vergangenen Jahr eingeführten Händlerverträge sehen vor, dass Renault diese Vorgaben Renault auch alleine festsetzen könnte.

„Wir konnten als Verband wesentliche Änderungen einbauen, die Renault zuvor nicht vorgesehen hatte“, betonte die Präsidentin. Dabei gaben die Franzosen allerdings die Grundpfeiler des neuen Systems vor:

  • Auslastung der Produktion und kontinuierliche Bestellungen durch den Handel, sowie
  • kontinuierliche Zulassungen der Fahrzeuge ohne „Monatsspielereien“.

Positiv, vor allem für kleinere Händler, ist der höhere Grundrabatt. Nachdem dieser in den vergangenen Jahren gekürzt wurde, steigt er nun wieder um einen Prozentpunkt. Zugleich wird der Volumen- durch den Bestellrabatt ersetzt. Dieser soll dazu führen, dass das Bestellsystem unter den Händlern eine größere Akzeptanz findet. „Gerade die kleineren und mittleren Händlerbetriebe werden durch eine Änderung der Anzahl der Händlergruppen im neuen System mehr Rabatt erhalten“, erläutert Eßer-Bruß.

Statt wie bislang die Händler mit einem Monatsbonus zu motivieren, gibt es künftig einen Quartalsbonus. Dies soll die „Monatsspielerei“ beenden. So haben Händler nun nicht mehr die Möglichkeit, in einem Monat auf den Bonus zu verzichten, um beispielsweise in den beiden folgenden Monaten höhere Boni zu erreichen. „Dafür wurden im Gegenzug die Bonussätze erhöht, insbesondere wenn eine kontinuierliche Vorarbeit und konstante Zielerreichung zu Beginn eines Quartals erfolgen.“

Renault kam in einigen Punkten seinen Partnern entgegen, wenn es auch noch offene Kritikpunkte gab wie beispielsweise die bereits häufiger kritisierte unscharfe Markenpositionierung. Für Olivier Gaudefroy, der erstmals eine Mitgliederversammlung besuchte, war es ein gelungener Einstand.

Daran will der Renault-Deutschland-Chef auch künftig anknüpfen: „Ich bin der festen Überzeugung, dass das Ergebnis konstruktiver Zusammenarbeit für alle Beteiligten Vorteile bringt“, betonte Gaudefroy in seiner Ansprache. „Eins plus eins kann zwei sein, aber auch drei.“

Rückenwind haben Renault und seine Partner auch durch die Markt- und Markenentwicklung: Renault (seit Langem zum ersten Mal wieder) und Dacia (wie gewohnt) entwickeln sich besser als der Markt. Beide Marken sind deutlich im Plus. „Zum ersten Mal seit 2011 haben wir Volumen und Marktanteil wieder signifikant gesteigert.“ Und die Aussichten für das nächste Jahr sind gut: Mit Espace und Laguna ersetzt Renault zwei wichtige Modelle. Im Sommer kommt ein Crossover hinzu, der den Koleos beerbt. 2015 könnte für Renault also wieder ein Jahr sein, in dem die Franzosen Marktanteile hinzugewinnen.

Weitere Informationen und Hintergründe zur Mitgliederversammlung veröffentlicht »kfz-betrieb« in Ausgabe 47, die am 21. November erscheint.

(ID:43073580)