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Renault und Nissan nähern sich wieder an

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Die Affäre um Ex-Chef Carlos Ghosn hatte die Allianz zwischen Renault und Nissan mächtig ins Wanken gebracht. Nun wollen die Hersteller ihre Differenzen überwinden – und womöglich ein abgeblasenes Projekt neu angehen.

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Renault und Nissan wollen ihre Differenzen überwinden.
Renault und Nissan wollen ihre Differenzen überwinden.
(Bild: Renault)

Renault und Nissan arbeiten laut Kreisen an einer Lösung ihres Disputs. Demnach sollen die zuletzt aufgekommenen Dissonanzen innerhalb der seit 20 Jahren bestehenden Allianz ausgeräumt werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Gespräche zwischen den Wirtschaftsministern von Frankreich und Japan seien das jüngste Zeichen, dass die Partnerschaft zwischen Renault und Nissan wieder gestärkt werden soll, hieß es weiter.

Das französisch-japanische Bündnis war nach der Verhaftung und dem Rausschmiss von Manager Carlos Ghosn destabilisiert worden. Ghosn, dem ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden war, hatte die Allianz maßgeblich geschmiedet und stand ihr in mehreren Funktionen auch vor. Obwohl beide Unternehmen versucht hatten, die ins Wanken geratene Partnerschaft wieder ins Lot zu bringen, war das in der Vergangenheit nicht gelungen und hatte die Autohersteller belastet.

Neuer Fusions-Anlauf mit FCA?

Sollten die Probleme nun gelöst werden, könnte das laut Bloomberg Renaults Ambitionen neue Nahrung geben, sich mit dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler zusammenzuschließen. Im Juni war eine Fusion geplatzt, nachdem den Franzosen die Rückendeckung durch ihren japanischen Partner Nissan gefehlt und die französische Regierung gezögert hatte. Nissan, Renault und Fiat Chrysler wollten den Bericht nicht kommentieren.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Renault-Aktie gewann am Dienstagmittag rund ein Prozent und stieg auf 52,60 Euro, die Aktie von Fiat Chrysler legte in Mailand um 1,6 Prozent zu und kostete zuletzt etwas mehr als 12 Euro.

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