Wasserstoff Renault verbündet sich mit US-Brennstoffzellen-Hersteller

Autor / Redakteur: dpa/sp-x / Viktoria Hahn

Der französische Staat will langfristig wohl mehrere Milliarden Euro in klimafreundliche Wasserstofftechnik investieren. Renault eifert diesem Vorbild bei seinen leichten Nutzfahrzeugen nun offenbar mit einer neuen Kooperation nach.

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Renault will bei seinen leichten Nutzfahrzeugen künftig mehr auf den Wasserstoffantrieb setzen. Dafür kooperieren die Franzosen nun mit einem US-Konzern.
Renault will bei seinen leichten Nutzfahrzeugen künftig mehr auf den Wasserstoffantrieb setzen. Dafür kooperieren die Franzosen nun mit einem US-Konzern.
(Bild: Renault)

Der französische Automobilhersteller Renault kooperiert künftig mit Plug Power, einem großen Hersteller von Brennstoffzellen aus den Vereinigten Staaten. Die beiden Unternehmen vereinbarten, bis Mitte des Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen mit Anteilen von jeweils 50 Prozent in Frankreich aufzubauen, wie Renault am Dienstag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Der Verbund peile einen Anteil von 30 Prozent bei leichten Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb in Europa an.

Im Pkw-Segment räumt Renault-Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz der Wasserstofftechnik allerdings aufgrund hoher Kosten und einem im Vergleich zur Batterietechnik geringen Wirkungsgrad vorläufig keine Chancen ein. Wasserstoff bleibe vielmehr ein Forschungsthema der Zukunft, sagte Hochgeschurtz im Rahmen der Renault-Bilanzpressekonferenz am Dienstag. Vor allem im Schwerlast-Bereich biete die Technik Potenziale, doch auch bis sie sich dort durchsetzen werde, würden wohl noch Jahrzehnte vergehen.

Der Staat setzt in Frankreich bereits massiv auf die Nutzung klimafreundlichen Wasserstoffs. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatten im vergangenen Jahr gesagt, das Land wolle langfristig sieben Milliarden Euro in die Wasserstofftechnik investieren.

Luca de Meo will Renault auf Rendite trimmen

Am Donnerstag will der neue Renault-Generaldirektor Luca de Meo schließlich seinen Plan „Renaulution“ der Öffentlichkeit vorstellen: Der Italiener verfolgt die Strategie, weniger auf Masse zu setzen und den krisenbelasteten Autobauer stattdessen auf Rendite zu trimmen. Renault hatte bereits im vergangenen Jahr den Abbau von weltweit 15.000 Stellen und Kosteneinsparungen von rund 2 Milliarden Euro angekündigt.

Wie andere Hersteller auch war Renault im vergangenen Jahr stark von der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen betroffen. Der Konzern setzte weltweit 2,95 Millionen Fahrzeuge ab, das war im Vorjahresvergleich ein Minus von 21,3 Prozent.

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