Suchen

Renault will staatlich garantierte Kredite in Anspruch nehmen

| Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Der französische Autobauer ist wie andere Hersteller auch schwer von der Corona-Krise betroffen. Zahlreiche Werke von Renault stehen still. Hinter den Kulissen wird nun über frisches Geld verhandelt.

Firmen zum Thema

(Bild: Renault)

In der Corona-Krise will der französische Autobauer Renault staatlich garantierte Kredite in Anspruch nehmen – offensichtlich in Milliardenhöhe. Präsident Jean-Dominique Senard sagte am Freitag im französischen Sender RTL auf die Frage, ob dabei die Summe von vier bis fünf Milliarden Euro erreicht werde: „Das könnte in dieser Größenordnung sein.“ Das Szenario einer vorübergehenden Nationalisierung werde hingegen derzeit nicht ins Auge gefasst. „Wir werden nicht die Finanzen des Staates belasten“, sagte Senard. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte in der Krise Nationalisierungen nicht ausgeschlossen, um wichtige Konzerne zu retten.

Renault hatte am Donnerstagabend angekündigt, dass er seinen Aktionären für 2019 keine Dividende zahlen wolle. Der Verwaltungsrat werde das auf der Hauptversammlung im Juni vorschlagen. Senard und Interimschefin Clotilde Delbos seien zudem einverstanden, dass ihre Bezahlung im zweiten Vierteljahr um mindestens ein Viertel gekürzt werde.

Unternehmen fährt Aktivitäten in China zurück

Senard sagte weiterhin, dass bei der Wiedereröffnung von geschlossenen Werken in Frankreich die Sicherheit der Mitarbeiter vorgehe. In Portugal habe eine Fabrik für mechanische Teile bereits am Donnerstag wieder geöffnet. Der Renault-Präsident legte sich nicht darauf fest, ob der Autobauer wegen der Absatzkrise dauerhaft Werke dichtmachen könnte: „Das ist heute nicht das Thema. (...) Das sehen wir später“, sagte der frühere Chef des französischen Reifenherstellers Michelin.

Außerdem verringert das Unternehmen seine Aktivitäten in China und steigt aus einer Partnerschaft mit dem chinesischen Automobilhersteller Dongfeng aus. Die beiden Partner hätten eine Vereinbarung getroffen, wonach Renault seinen 50-Prozent-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen an Dongfeng überträgt, wie aus einem Statement von Renault vom Dienstag hervorgeht. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt. Das Gemeinschaftsunternehmen war 2013 an den Start gegangen. Renault will sich in China nun auf leichte Nutzfahrzeuge und Elektroautos konzentrieren, hieß es weiter.

Das Unternehmen war bereits im vergangenen Jahr nach dem Rücktritt von Konzernchef Carlos Ghosn in eine Krise geraten und schrieb rote Zahlen. Erschüttert wurde auch die Autoallianz mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi. Bei Renault hat der französische Staat mit einem Anteil von 15 Prozent eine starke Stellung.

(ID:46502172)