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Rendite stagniert trotz Absatzsprung bei 1,4 Prozent

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm

Mit einem Plus von 6,2 Prozent auf mehr als 156 Milliarden Euro erzielte die Kfz-Branche im vergangenen Jahr große Umsatzzuwächse. Doch in einer steigenden Rendite schlug sich die Entwicklung fast nicht nieder.

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(Foto: Zietz)

Mehr verkaufte Neu- und Gebrauchtwagen sowie eine gestiegene Werkstattauslastung haben dem Kfz-Gewerbe im vergangenen Jahr zu ein Umsatzwachstum von 6,2 Prozent auf 156,5 Milliarden Euro beschert. „Das Jahr 2015 ist sehr gut gelaufen, trotz des Skandals um manipulierte Emissionswerte“, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. „Insofern ist beim Umsatz alles okay. Die Rendite hat davon leider nicht entsprechend profitiert.“

Denn die Durchschnittsrendite stagnierte mit rund 1,4 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, als sie 1,3 Prozent betrug. Damit ist sie weit entfernt von den 3 Prozent, die der ZDK als Mindest-Rendite bezeichnet. „Diese Rendite benötigen wir, um in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, in moderne Werkstatttechnik und nicht zuletzt in Glas, Stahl und Steine nach den Vorgaben der Hersteller für den Neuwagenvertrieb zu investieren“, betonte Karpinski.

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Im Neuwagenhandel, der im Jahresvergleich rund 170.000 Fahrzeuge mehr verkaufte, gab es ein deutliches Umsatzplus: Die Erlöse stiegen um 4,5 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro.

Privatkunden kaufen Gewerbezulassungen

Getragen wurde der Zuwachs von den gewerblichen Zulassungen der Vermieter, Autoflotten, Hersteller und Händler mit einem Anteil von 65,8 Prozent, zwei Punkte mehr als im Vorjahr. Entsprechend ging die private Nachfrage weiter zurück: Seit 2010 sank ihr Anteil von 42,7 Prozent auf inzwischen nur noch 34,2 Prozent. Privatkäufer bedienen sich immer häufiger im Bereich der jungen Gebrauchtwagen.

Dies zeigt sich auch in den Zahlen: An der um 3,7 Prozent auf 7,33 Millionen gestiegenen Zahl der Besitzumschreibungen hatte das Kfz-Gewerbe einen Anteil von 61 Prozent. Das ergab einen Umsatz von 57,8 Milliarden Euro, eine Steigerung von 11,4 Prozent im Vergleich zu 2014.

Der Anstieg ist vor allem auf die wachsende Anzahl junger und damit hochwertiger Gebrauchtwagen zurückzuführen, die sich aus dem über 980.000 Einheiten umfassenden Pool der Händler- und Herstellerzulassungen speisten. Deren Anteil an den Neuzulassungen lag bei 30,6 Prozent und damit 0,8 Punkte über dem ohnehin hohen Niveau des Jahres 2014.

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