Avus Rennstrecke feiert hundertjähriges Jubiläum

Autor / Redakteur: dpa / Lena Sattler

Zum 100. Geburtstag der ehemaligen Berliner Rennbahn am 24. September findet eine Ausstellung mit knapp 20 Rennfahrzeugen statt. Zu sehen sind die Autos und Motorräder aber statt in der Hauptstadt im niedersächsischen Einbeck.

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Hunderttausende Motorsportfans säumten ab 1951 den Fahrbahnrand der Avus, um Sportwagen, Motorrädern und der Formel 1 zuzujubeln.
Hunderttausende Motorsportfans säumten ab 1951 den Fahrbahnrand der Avus, um Sportwagen, Motorrädern und der Formel 1 zuzujubeln.
(Bild: Ulf Schulz/Avus 100/PS-Speicher)

Mit mehr als hundert Stundenkilometern jagen Rennfahrzeuge durch die Steilkurve in Berlin, bejubelt von mitunter Hunderttausenden Zuschauern – das ist der Mythos Avus. Zum hundertsten Jubiläum der ehemaligen Rennstrecke, die am 24. September 1921 eingeweiht wurde, widmet sich eine Sonderausstellung ihrer Geschichte. Aufgebaut ist sie aber nicht in Berlin, sondern im niedersächsischen Einbeck. 18 Rennfahrzeuge sind im Museum PS-Speicher zu sehen – Autos und Motorräder.

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Unter den Autos ist der Mercedes-„Silberpfeil“, mit dem der Argentinier Juan Manuel Fangio die Formel-1-Weltmeisterschaft 1955 gewann. Auch DTM-Autos von Opel oder BMW sowie einige Motorräder sind unter dem Motto „Avus 100 – ein rasantes Jahrhundert“ ausgestellt. Bis auf einen Borgward aus dem Jahr 1951 stammen alle Ausstellungsstücke aus Sammlungen von Privatpersonen oder den Herstellern. „Die Fahrzeuge standen in der Form noch nie zusammen. Und werden es wahrscheinlich auch nie wieder“, sagte Stephan Richter, Sprecher des PS-Speichers. Seit diesem Sonntag können Besucher die Fahrzeuge, von denen einige Nachbauten sind, ansehen.

Weltweit erste reine Autostraße

Die Avus, die mit vollem Namen Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße hieß, war die erste reine Autostraße der Welt. Bis 1940 wurde die Straße ausschließlich als Renn- und Teststrecke genutzt. Später wurde sie an Renntagen abgesperrt – sonst war sie eine öffentliche Straße.

Ausgestellt wird auch ein Ziegelstein der Nordschleife. Die Rennstrecke bestand während ihrer Nutzung aus zwei geraden Stücken und zwei Kurven – einer engen Kehre im Süden und einer gepflasterten Steilkurve mit einer Schräge von 43,6 Grad im Norden.

Die Kurve war nicht nur spektakulär, sondern auch lebensgefährlich. Als die Formel 1 im Jahr 1959 das einzige Mal auf der Strecke gastierte, verunglückte der französische Rennfahrer Jean Behra einen Tag vor dem WM-Lauf auf nasser Fahrbahn tödlich. 1967 wurde die Steilwand abgetragen. Die Strecke im Südwesten Berlins ist mittlerweile Teil der A115.

Anlässlich des Jubiläums hatte die Berliner Interessengemeinschaft Avus 100 – zu der unter anderem die ehemalige Opel-Händlerin und Weltenbummlerin Heidi Hetzer gehörte – die Ausstellung angeregt. „Zwar liegt der PS-Speicher nicht in der Hauptstadt, dafür aber zentral, mitten in Deutschland“, sagte Initiator Ulf Schulz. Zudem wurden auch ein Buch sowie eine Sonderbriefmarke der Post aufgelegt. In Berlin ist eine Feierstunde geplant.

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