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Restwerte: Eine tickende Zeitbombe

| Autor / Redakteur: Julia Mauritz, Joachim von Maltzan, Silvia Lulei, Andreas Wehner / Joachim von Maltzan

Leasing- und Finanzierungsrückläufer mit einem Euro-5-Diesel unter der Motorhaube belasten die Bilanzen vieler Händler massiv. Einige Hersteller stützen zwar die Restwerte, aber reicht das angesichts der aktuellen Entwicklungen aus?

(Bild: © Fer Gregory - stock.adobe.com)

Kaum etwas wünschen sich die Automobilhersteller, -händler und -verbände aktuell sehnlicher als die Vollzugsmeldung aus Berlin, dass endlich eine neue Regierung steht und diese über die Zukunft des Diesels entscheidet. Kommt es zu einer Fortführung der großen Koalition (und danach sah es zum Redaktionsschluss aus), haben SPD und Union bereits signalisiert, Fahrverbote um jeden Preis verhindern zu wollen. Unter anderem wollen sie die Hersteller zu Hardwarenachrüstungen zwingen.

Doch diese Lippenbekenntnisse reichen nicht aus, um die potenziellen Käufer zu beruhigen: Euro-5-Diesel bleiben Ladenhüter, und der Werteverfall schreitet weiter fort. Dem jüngsten DAT-Diesel-Barometer aus dem Dezember 2017 zufolge sind die durchschnittlichen Standtage gebrauchter Dieselmodelle auf 110 Tage gestiegen – und damit auf den höchsten Wert seit dem ersten DAT-Diesel-Barometer aus dem Januar 2016 (88 Tage). Die Restwerte dreijähriger Dieselmodelle mit einer jährlichen Laufleistung zwischen 15.000 und 20.000 Kilometern sind im Lauf des vergangenen Jahres kontinuierlich gesunken: von 56 Prozent im Januar auf 53,4 Prozent im November.