Rheinland-Pfalz: Coronakrise kostete Autohandel schon 610 Millionen Euro

Kfz-Landesverband fordert schnelle Entscheidung zur Kaufprämie und zu Zulassungsstellen

| Autor: Antonia Seifert

Der Autohandel in Rheinland-Pfalz verzeichnete durch die Coronakrise dramatische Umsatzeinbrüche.
Der Autohandel in Rheinland-Pfalz verzeichnete durch die Coronakrise dramatische Umsatzeinbrüche. (Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Allein dem rheinland-pfälzischen Autohandel sind durch den Corona-Lockdown in den Monaten März und April 610 Millionen Euro an Umsatz verloren gegangen. Das geht aus einer Auswertung des Kfz-Landesverbands Rheinland-Pfalz hervor, der die Monate März und April 2020 mit den Vorjahresmonaten verglichen hat.

„Diese Zahlen sind dramatisch. Und dabei ist das ebenfalls schleppend verlaufene Werkstattgeschäft noch gar nicht eingerechnet. Die Kfz-Betriebe werden lange brauchen, um diese Krise zu verkraften“, sagte Jens Bleutge, Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands.

Geld steht auf dem Hof und fehlt auf dem Konto

Umso wichtiger sei es zum einen, dass nun auf Bundesebene schnell eine Entscheidung zur Kaufprämie getroffen werde. Zum anderen aber sehe der Kfz-Landesverband noch dringenden Handlungsbedarf auf regionaler Ebene: „Flächendeckend müssen nun alle Zulassungsstellen im Land An- und Abmeldungen von Autos zeitnah bearbeiten. Manchmal dauert es zwei Wochen, bis Zulassungsvorgänge abgeschlossen sind“, so Bleutge. Da der Kunde in der Regel aber erst bezahle, wenn sein Auto auf ihn zugelassen sei, führe das zu gefährlichen Liquiditätsengpässen bei den Kfz-Betrieben. „Das Geld steht dann auf dem Hof und liegt nicht auf dem Konto, von dem Rechnungen bezahlt werden“, sagt Bleutge.

Der Landesverband stellt deshalb seinen Innungen Musterschreiben an die zuständigen Landkreise zur Verfügung, damit die schnell über die Lage in ihren Behörden informiert werden.

In den Monaten März und April 2020 waren nach Angaben des Kfz-Landesverbands 11.531 Pkw-Neuzulassungen weniger in Rheinland-Pfalz registriert worden als im Vergleichszeitraum 2019 (minus 46 Prozent). Das mache bei einem durchschnittlichen Neuwagenpreis von 33.580 Euro eine Umsatzeinbuße von etwas mehr als 387 Millionen Euro.

Im Gebrauchtwagenmarkt sei die Zahl der Besitzumschreibungen in Rheinland-Pfalz um 23.158 zurückgegangen (minus 33 Prozent). Bei einem Anteil des unternehmerischen Handels von 67 Prozent (Wert aus 2019) am Gebrauchtwagenmarkt und einem durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreis im gewerblichen Handel von 14.373 Euro mache das ein Umsatzminus von knapp 223 Millionen Euro. Insgesamt bedeute das für den Autohandel einen Umsatzverlust von 610 Millionen Euro.

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