Hauptuntersuchung Richtige Linie?

Autor: Steffen Dominsky

Man könnte meinen, ein gewisser Michael Ende erfand die HU-Scheinwerferprüfrichtlinie. Motto: die unendliche Geschichte. Denn diese soll angeblich schon wieder überarbeitet werden. Und eine neue Bremsprüfstandsrichtlinie steht auch ins Haus.

Geht nicht mehr: TÜV, Dekra und Co. haben mit solchen Prüfbühnen im Rahmen der HU-Scheinwerferprüfrichtlinie bei Neu- und Wiederabnahmen ein Problem. Der Nachhub sitzt als „ausgenommene“ Fläche zu weit hinten (rote Linien). Zulässig sind maximal 190 Zentimeter ab Vorderkante SEP-Prüffläche (gelbe Linie).
Geht nicht mehr: TÜV, Dekra und Co. haben mit solchen Prüfbühnen im Rahmen der HU-Scheinwerferprüfrichtlinie bei Neu- und Wiederabnahmen ein Problem. Der Nachhub sitzt als „ausgenommene“ Fläche zu weit hinten (rote Linien). Zulässig sind maximal 190 Zentimeter ab Vorderkante SEP-Prüffläche (gelbe Linie).
(Bild: picture alliance/dpa)

Ach das, das ist eine lange Geschichte …“, sagt der Opa zum Enkel. Vermutlich ist der Opa, der diesen Satz in ein paar Jahren zum Besten gibt, Kfz-Meister. Und er und viele andere Opas erzählen dann ihren Nachkommen etwas über die sogenannte HU-Scheinwerferprüfrichtlinie. Es war einmal: Wir schreiben das Jahr 2014. Mit der Nr. 44/2014 erschien im Verkehrsblatt ein Regelwerk, das erstmals die Beschaffenheit jenes Platzes exakt definierte, der für die Scheinwerferprüfung im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) dient. Aus Sicht zahlreicher Beteiligter schoss der Gesetzgeber mit dieser Richtlinie aber über das Ziel hinaus. „Übertrieben“, „zu penibel“, „nicht praxisgerecht“ lauteten vielfach die Kommentare beziehungsweise Vorwürfe. Die Folge: Vater Staat überarbeitete die Richtlinie mehrfach. Unter der Nummer 174 2018 veröffentlichte er sogar eine komplett neue.

Diese sollte einen Schlusspunkt setzen und die jahrelangen Querelen beenden, die vor allem zwischen Prüforganisationen und Richtlinienmachern entstanden waren. Tat sie aber nicht. Das beweist unter anderem die Tatsache, dass nach ihrer Herausgabe mit Nr. 7/2019 nur wenige Wochen später bereits die erste Überholung der Überholung erschien. Gerade der Bezug der neuen Richtlinie auf die DIN 18202 („Toleranzen im Hochbau – Bauwerke“) sorgte für neuen Unmut. Denn: Statt bei den Standflächen für das Fahrzeug beziehungsweise das Scheinwerfer-Einstell-Prüfgerät (SEP) wie bislang alle 100 Zentimeter einen Messpunkt zu setzen, mussten Kalibrierer dies jetzt alle 25 Zentimeter tun. Etliche hatten Angst, dass nun auch solche Flächen/Plätze bei der Kalibrierung durchfallen würden, die bislang mit dem alten, „groben“ Messraster für „i. O.“ befunden wurden.

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group