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Rolls-Royce Ghost: Lautloser Gleiter

| Autor: Andreas Wehner

Der britische Luxusautobauer hat die zweite Generation seines Einstiegsmodells präsentiert - wenn man denn bei Rolls-Royce von so etwas sprechen kann. Denn der neue Ghost kommt mit jeder Menge neuer Technik und viel Luxus.

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Die neue Generation des Rolls-Royce Ghost steht in den Startlöchern.
Die neue Generation des Rolls-Royce Ghost steht in den Startlöchern.
(Bild: Rolls-Royce)

Elf Jahre nach der Präsentation des ersten Ghost hat Rolls-Royce am Dienstag einen Nachfolger vorgestellt. Und der hat kaum noch etwas mit dem Vorgänger gemein: „Die einzigen Komponenten, die wir vom ersten Ghost aus Goodwood übernahmen, sind die Spirit of Ecstasy und die Regenschirme“, sagte Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös.

Im Vergleich zur ersten Generation ist der neue Ghost in der Länge um 8,9 Zentimeter auf 5,55 Meter gewachsen. In der Breite legte das Modell um 3 Zentimeter auf 1,98 Meter zu. Wie schon der 2018 erneuerte Phantom und das SUV Cullinan nutzt der Ghost nun die Aluminium-Spaceframe-Architektur, die neben Gewichtsvorteilen vor allem Flexibilität bei der Konstruktion bietet. Auch die Karosserie besteht komplett aus Aluminium.

Rolls-Royce Ghost: Lautloser Gleiter
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Optisch kommt der Ghost jetzt deutlich unprätentiöser daher. Der – nachts übrigens beleuchtete – Kühlergrill ist zurückhaltender in die Front eingepasst. Insgesamt wirkt der Ghost weniger bullig, die Formen sind fließender und nicht mehr so kantig. Dieses schlichtere Design setzt sich im Innenraum fort: weniger Zierrat, weniger Knöpfe, größere Flächen. Dazu passt das nun digitale Cockpit.

Komfort steht bei Rolls-Royce über allem. Daher schließen sich die Türen nicht nur auf Knopfdruck selbst, wie schon beim Phantom und dem Cullinan. Im Ghost lassen sie sich auch elektrisch öffnen. Sitzt man mal drin, soll man es ruhig haben. Daher haben die Entwickler 100 Kilogramm Dämmmaterial verbaut, um störende Geräusche abzuschirmen.

„Fluggefühl an Land“

Für Fahrkomfort sorgt die aufwendig konstruierte Luftfederung, die sich in Verbindung mit einem Kamerasystem automatisch auf den Fahrbahnzustand einstellt. In Kombination mit dem satellitengestützten Automatikgetriebe, das GPS nutzt, um den optimalen Gang zu finden, soll das ein ungekanntes Fahrgefühl bieten. Roll-Royce spricht dabei von einem „Fluggefühl an Land“.

Während beim technisch verwandten BMW 7er die Tage des Zwölfzylinders gezählt sind, gehört der V12 beim Rolls-Royce Ghost selbstverständlich dazu. Das 6,75-Liter-Aggregat mit zwei Turboladern liefert eine Leistung von 420 kW/571 PS und 850 Newtonmeter Drehmoment. 4,8 Sekunden braucht der Ghost für den Sprint auf Tempo 100, Schluss ist bei 250 km/h. Das Auto braucht dabei laut Datenblatt 15,2 bis 15,7 Liter Super auf 100 Kilometer. Anders als beim Vorgänger werden alle vier Räder angetrieben. Zudem kommt eine Allradlenkung zum Einsatz.

Zum Preis macht Rolls-Royce bislang keine Angaben. Beim Vorgänger startete die Preisliste bei knapp unter 300.000 Euro. Angesichts der vielen Neuerungen und Verbesserungen ist zu erwarten, dass der neue Ghost nicht unter dieser Marke bleiben wird.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«