Gebrauchtwagen Rückgang trifft inzwischen auch den Nutzfahrzeugmarkt

Autor: Andreas Grimm

Die Probleme im Kfz-Gewerbe weiten sich immer mehr aus. Nach den Neuwagen sind auch immer weniger Gebrauchte verfügbar. Neben den Pkw trifft die negative Entwicklung nun den Nutzfahrzeugsektor. Die Zahl der Umschreibungen sinkt.

Tageszulassungen und junge Gebrauchte werden zur Mangelware. Die Zahl der Besitzumschreibungen sinkt immer weiter.
Tageszulassungen und junge Gebrauchte werden zur Mangelware. Die Zahl der Besitzumschreibungen sinkt immer weiter.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Dem Gebrauchtwagenmarkt geht mehr und mehr die Ware aus. Wie aus der aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, fanden im September 2021 nur noch 584.562 Pkw einen neuen Halter. Das waren knapp ein Achtel (-12 %) weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im August hatte der Rückgang noch bei 8 Prozent gelegen.

Damit rutscht der Gesamtmarkt im Jahresverlauf nach einem guten Start mehr und mehr ins Minus. In den ersten drei Quartalen 2021 summierten sich die Pkw-Besitzumschreibungen auf 5,15 Millionen Vorgänge. Das sind 1,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Angesichts fehlender Neuware in Form von Rückläufern aus dem Vermiet- und Leasinggeschäft dürfte sich das handelbare Volumen weiter verknappen.

Einzig positiv sind die steigenden Preise. Zuletzt ist der von Autoscout 24 ermittelte Gebrauchtwagen-Preis-Index auf neue Höchststände gestiegen. Für den September hat die Börse einen durchschnittlichen Angebotspreis von 23.728 Euro ausgewiesen – rund 500 Euro mehr als im August. Laut dem Index sind Gebrauchte im Vergleich zum September 2020 um 3.500 Euro teurer geworden.

Minus bei Lkw, Bussen, Zugmaschinen

Inzwischen machen sich die Marktprobleme auch im Nutzfahrzeuggeschäft bemerkbar. Wie aus der KBA-Statistik weiter erkennbar ist, gehen nun auch die Nutzfahrzeug-Umschreibungen auf breiter Front zurück. Ob es in diesem Bereich auch an Ware fehlt, oder ob die unsichere Lage einfach die Kauflust einschränkt, lässt sich aus der Statistik allerdings nicht ableiten.

Fakt ist, dass die seit vielen Monaten stark gefragten Lkw weniger oft einen Halterwechsel hatten als im Vorjahresmonat. Im September fanden sich 34.600 neue Halter (-3,3 %). Im Jahresverlauf kommt diese Fahrzeugklasse aber immer noch auf einen Zuwachs um 7,8 Prozent auf 318.000 Halterwechsel. Auf Jahressicht verbucht bislang nur das schmale Bussegment mit 4.100 Umschreibungen einen leichten Rückgang (-3,8 %).

Auch im Bereich der Zugmaschinen ist die Zahl der Verkäufe rückläufig. 10.800 Umschreibungen sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Doch auch in dieser Fahrzeugklasse haben im Jahresverlauf vermehrt Halterwechsel stattgefunden: 109.200 an der Zahl (+8,2 %).

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«