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Rüschkamp: Prozesse immer im Blick

Autor: Jens Rehberg

Der Mehrmarkenbetrieb in Lünen bei Dortmund geht das Online-Marketing sehr systematisch an und sichert sich damit den dritten Platz.

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Rüschkamp in Lünen.
Rüschkamp in Lünen.
(Foto: Richter)

Filialleiter André Grünke zögert. Gerade hat ihn die Jury gefragt, wie lange es seiner Schätzung nach wohl gedauert habe, bis seine Mitarbeiter auf eine Testanfrage an seine Niederlassung in Lünen reagiert hätten. Um etwas Zeit zu gewinnen, stellt Grünke eine Gegenfrage. Dann legt er sich fest: Bis zum Abend, sagt er, hätte die Anfrage, die am Vormittag hereingekommen war, auf jeden Fall beantwortet sein sollen. Die Jury-Mitglieder erlösen ihn schnell. Die Skepsis war unbegründet – ein Juniorverkäufer hatte die umfangreiche Testanfrage nach 43 Minuten beantwortet. Und dann auch noch nach dem inzwischen vergangenen Wochenende nachgefasst. André Grünke lächelt wieder.

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Sein Team und er haben die Prozesse rund um das Online-Marketing im Griff. Die Tools sind effizient, man setzt sich Ziele. Vor allem aber: Alle Beteiligten leben eine Einstellung, die darauf ausgerichtet ist, gemeinsam Erfolg zu haben.

Gute Reaktion

So stehen zum Beispiel beim Controlling des Leadmanagements nicht die einzelnen Verkäufer im Fokus des Reportings, sondern die Auswertung findet auf Niederlassungsebene statt. Die Geschäftsleitung kann unter anderem sehen, dass die meisten Rüschkamp-Standorte zurzeit etwa auf neun von zehn Leads spätestens acht Stunden nach ihrem Eingang reagiert haben. Dieses Ziel wird demnächst auf vier Stunden Reaktionszeit hochgeschraubt.

Bei Rüschkamp werden alle Leads aus verschiedenen Quellen zunächst automatisiert zentral gesammelt. Danach kommt ein Callcenter ins Spiel, der die Leads den passenden Verkäufern zuweist. Bei der Beantwortung der Anfragen unterstützt das CRM-System die Verkäufer mit einem umfangreichen Baukasten an vorgefertigten Textbausteinen. Anfragen, die das Autohaus telefonisch erreichen, werden übrigens auf eine Gruppenschaltung gelegt – so klingelt es bei vier Verkäufern gleichzeitig, um sicherzustellen, dass kein einziger Anruf verlorengeht.

Schon immer sind die Rüschkamps mit ihrem Unternehmen auf der Höhe der Zeit gewesen und haben sich nicht auf dem Bestandsgeschäft ausgeruht. Dieses drehte sich um die Mitte des vorletzten Jahrhunderts herum zunächst um Holz- und Eisenwaren. Dann schwenkte man um auf Haus- und Küchengeräte. Und schließlich 1924 auf Autos. Sieben Jahre später unterzeichnete Franz Rüschkamp einen Opel-Händlervertrag. Danach wurde das Tankgeschäft aufgebaut. Zuletzt kam die Mehrmarkenstrategie: Suzuki-Partner ist der Familienbetrieb seit 2005, Chevy-Partner seit 2006. 2010 startete Peugeot. 2012 ergriff man die Gelegenheit beim Schopf, per Zukauf in das benachbarte Dortmunder Stadtgebiet einzusteigen. Heute beschäftigt Rüschkamp in fünf Standorten auf einer Nord-Süd-Achse rund 200 Angestellte.

Und dann das Internet. Immer wieder hakt sich das Rüschkamp-Team an der einen oder anderen Stelle des Netzes ein, um die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation in den Dienst der eigenen Vermarktungsstrategie zu stellen. So geht das Unternehmen gerne Nischenzielgruppen gezielt über Webportale an, die spitz auf das jeweilige Thema ausgerichtet sind. Zum Beispiel mit Bannerkampagnen auf dem E-Mobilitätsportal E-Mobil-Server.de. In Zusammenhang mit weiteren Aktionen zum Elektro-Thema hat es Rüschkamp nach eigenen Angaben geschafft, immerhin bereits 45 Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu vermarkten.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«