Ruhrdeichgruppe wird großer Opelhändler

Übernahme von sechs Dinnebier-Standorten im Ruhrgebiet

| Autor: Andreas Grimm

Hat nach dem Verlust des Nissan-Händlervertrags wieder Grund zur Freude: Peter Gerards, Geschäftsführer der Ruhrdeichgruppe und neuer Vertriebspartner von Opel.
Hat nach dem Verlust des Nissan-Händlervertrags wieder Grund zur Freude: Peter Gerards, Geschäftsführer der Ruhrdeichgruppe und neuer Vertriebspartner von Opel. (Foto: VBM-Archiv)

Die Ruhrdeichgruppe ist ab sofort Opel-Händler. Wie der Hersteller am Freitag bekannt gab, hat der Mehrmarkenhändler mit Wirkung zum 1. August alle sechs Opel-Standorte der Dinnebier-Gruppe im westlichen Ruhrgebiet übernommen, die in der NRW Automobiles Centrum Dinnebier GmbH organisiert sind. Es handelt sich dabei um drei Standorte in Duisburg sowie jeweils ein Autohaus in Kamp-Lintfort, Moers und Krefeld. Alle 134 bisherigen Dinnebier-Mitarbeiter wurden im Zuge des Betriebsübergangs übernommen.

Den Verkauf der Opel-Standorte und damit des gesamten Volumengeschäfts im Westen Deutschlands begründet die Dinnebier-Gruppe mit dem Wunsch nach einer Konzentration auf den Heimatmarkt in der Region Berlin/Brandenburg. Dort will die Unternehmensgruppe weiteres Wachstum neben Opel auch mit den Marken Ford und Kia sowie mit Jaguar und Land Rover erreichen. Mit den britischen Edelmarken bleibt Dinnebier allerdings noch in Krefeld aktiv. Für weitere Informationen über die Hintergründe des Strategiewechsels war die Geschäftsführung der Dinnebier-Gruppe für »kfz-betrieb« am Freitag nicht erreichbar.

Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick: Peter Gerards, Geschäftsführer der Ruhrdeichgruppe (li.), mit dem Opel-Vertriebschef in Deutschland, Jürgen Keller.
Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick: Peter Gerards, Geschäftsführer der Ruhrdeichgruppe (li.), mit dem Opel-Vertriebschef in Deutschland, Jürgen Keller. (Foto: Opel)

Strategisch passt der Ansatz einer räumlichen Konzentration allerdings gut zur Ruhrdeichgruppe. Deren Geschäftsführer Peter Gerards hatte im Gespräch mit der Redaktion schon früher betont, mit seinem Unternehmen nicht in die Fläche wachsen zu wollen. Die nun neu hinzugekommenen Opel-Standorte liegen ohne Ausnahme im Marktgebiet der Ruhrdeichgruppe, wobei ein Opel-Standort innerhalb Duisburgs umziehen wird: in die Zentrale der Ruhrdeichgruppe in der Max-Peters-Straße. Dort werden durch den auslaufenden Nissan-Vertriebsvertrag spätestens zum 30. September Schauraum-Kapazitäten frei.

Der im Jahr 2013 sechstgrößte Nissan-Händler in Deutschland arbeitet seit Anfang des Jahres an einer Neugestaltung des Markenportfolios, nachdem Nissan Center Europe den Vertriebsvertrag gekündigt hatte.

Die Kündigung führte zu einer überlegten strategischen Neuausrichtung der Ruhrdeichgruppe, der durch die Nissan-Kündigung rund die Hälfte des jährliche Neuwagenvolumens wegzubrechen drohte. Von Anfang an wollte Gerards jedoch nicht gegensteuern, „indem ich anfange Marken zu sammeln wie andere Leute Muscheln“. Stattdessen intensivierte er die Vertriebsbeziehungen zu seinen bisherigen Fabrikaten Kia (drei neue Standorte) sowie Peugeot (ein neuer Standort) und suchte nach einer weiteren Kernmarke.

Opel ist mehr als ein Ersatz für Nissan

Die ist mit Opel nun gefunden. „Opel gehört zurzeit zu den am stärksten wachsenden Marken im Markt“, begründet der Ruhrdeich-Geschäftsführer die Entscheidung für die Rüsselsheimer. Im Gespräch mit »kfz-betrieb« wies er zudem auf das Potenzial der Marke hin. Das Untergangsszenario sei Vergangenheit und das Produktangebot zeitgemäß aufgefrischt. Zupass kommt ihm auch die Offensive von Opel im Transportermarkt, da er zuletzt einer der größten Nissan-Nutzfahrzeughändler war.

In der langen Tradition von Opel zum Ruhrgebiet sieht er einen weiteren Schatz, der sich heben lässt. Mit der überdurchschnittlichen Entwicklung einer Marke hat Gerards Erfahrung: Mit Nissan schaffte er regelmäßige regionale Verkaufsanteile, die 50 bis 100 Prozent über dem Bundesdurchschnitt lagen, auch mit Kia und Peugeot schaffte er klar überdurchschnittliche Werte. Gelingt das auch mit Opel, dürfte sich der Neuwagenabsatz der Ruhrdeichgruppe mit zuletzt 4.100 Einheiten in Zukunft deutlich erhöhen.

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