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Russischem Automarkt droht deutliche Abschwächung

| Autor: Andreas Grimm

Zwei Jahre in Folge haben die russischen Konsumenten wieder verstärkt Neuwagen gekauft. Doch dem Boom scheint die Puste auszugehen. Für das laufende Jahr sehen Marktbeobachter nur noch wenig Luft nach oben. Die Entwicklung ist allerdings stark markenabhängig.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der russische Neuwagenmarkt hat sich zum Jahresende 2018 weiter abgeschwächt. Dennoch legten die Verkäufe im abgelaufenen Jahr dank eines starken ersten Halbjahres unter dem Strich zweistellig zu. 2018 kamen in Russland 1.800.591 Personenwagen und Kleintransporter neu auf die Straßen. Das waren laut einer Auswertung der Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) 12,8 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Für den Dezember verzeichnete die Vereinigung mit Sitz in Moskau nur noch ein Plus von 5,6 Prozent auf 175.240 Neufahrzeuge – das schwächste Ergebnis im gesamten Jahresverlauf. Wegen der Abschwächung bezeichnete Jörg Schreiber, Vorsitzender der Automobil-Arbeitsgruppe im AEB, den Ausblick für 2019 auch als „nicht so klar“.

Unsicherheitsfaktoren für die Automobilwirtschaft seien die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte auf jetzt 20 Prozent zum Jahreswechsel sowie mögliche neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft. Der Verband erwartet für das neue Jahr deshalb nur ein Wachstum des Neuwagenabsatzes um 3,6 Prozent.

Im Rückblick ist der russische Automarkt nun zwei Jahre in Folge kräftig gewachsen, nachdem er zuvor vier Jahre lang ebenfalls kräftig geschrumpft war. Vom Höchststand ist der Automarkt zudem noch weit entfernt. Im Jahr 2012 waren 2,9 Millionen Neuwagen zugelassen worden. Damals war Russland nach Deutschland der zweitgrößte Automarkt Europas – entsprechend groß waren die Absatzhoffnungen der europäische Autobauer.

Profitiert haben von der jüngsten Entwicklung der heimische Hersteller Lada, der auf einen Marktanteil von 20 Prozent kommt, sowie einige Importeure. Lada steigerte den Absatz im vergangenen Jahr leicht überdurchschnittlich um 16 Prozent, während der ebenfalls russische Hersteller UAZ sogar einen Prozentpunkt einbüßte. Der Nutzfahrzeug-Produzent GAZ steigerte seinen Absatz nur um 4 Prozent.

Wichtigster Importeur und zweitwichtigstes Fabrikat in Russland ist Kia, wobei die Südkoreaner im größten Land der Erde fertigen. Kia steigerte den Absatz um 25 Prozent und kommt auf einen Marktanteil von 12,6 Prozent. Die höchste Zuwachsrate verbuchte Mitsubishi (+87 %). Mit einem Marktanteil von 2,5 Prozent ist das Fabrikat allerdings auch in Russland recht klein. Größtes deutsches Fabrikat ist VW mit einem Marktanteil von 5,9 Prozent und einem Verkaufsplus von 19 Prozent im vergangenen Jahr.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«