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Russischer Automarkt rollt rückwärts

Autor: Andreas Grimm

Nach Jahren zuletzt wieder steigender Nachfrage halten sich die russischen Autokäufer derzeit zurück. Dabei traf das Absatzminus im ersten Halbjahr nicht alle Marken gleich hart. Einige Fabrikate konnten ihre Position sogar deutlich ausbauen.

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(Foto: Pixabay)

Der russische Automarkt fährt nach der starken Entwicklung im vergangenen Jahr, als die Verkäufe um fast 13 Prozent zulegten, wieder im Rückwärtsgang. Laut einer Auswertung der Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 2,4 Prozent weniger neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf die Straßen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Insgesamt lieferten die russischen Händler im bisherigen Jahresverlauf 828.750 Neufahrzeuge aus. Die rückläufige Entwicklung hat sich dabei im zweiten Quartal deutlich verstärkt. Nach drei Monaten war der russische Neuwagenmarkt nur 0,3 Prozent im Minus. Das zweite Quartal sei deutlich herausfordernder gewesen als das erste, bestätigte nun Jörg Schreiber, Vorsitzender des Arbeitskreises der Autobauer im AEB.

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Für das zweite Halbjahr erwartet er keine fundamentale Verbesserung der Lage. Ein Marktwachstum im Jahr 2019 könne so gut wie ausgeschlossen werden. Selbst bei einer Trendumkehr sei bestenfalls noch ein Verkaufsergebnis auf Vorjahresniveau denkbar.

Die rückläufige Entwicklung trifft allerdings nicht alle Marken. Speziell Marktführer Lada konnte sich bislang vom rückläufigen Trend abkoppeln. Die Verkäufe des einheimischen Fabrikats legten um 3 Prozent auf 174.200 Neuwagen zu. Damit liegt der Marktanteil der Renault-Nissan-Tochter nun bei 21 Prozent. Auch der stärkste Verfolger Kia schaffte mit 111.600 Erstzulassungen noch ein leichtes Plus von 400 Einheiten und Hyundai auf Platz drei legte mit 88.000 Auslieferungen ebenfalls noch 1 Prozent zu.

Ein weiterer Gewinner in den Verkaufs-Top-Ten des ersten Halbjahres ist Skoda. Die Tschechen steigerten ihren Absatz um 10 Prozent auf knapp 40.000 Einheiten.

Andere Importeure verloren dagegen erheblich an Kunden. Am stärksten betroffen ist Ford mit einem Absatzrückgang um 18 Prozent. Nissan verlor 15 Prozent und Renault verkaufte 9 Prozent weniger Autos. Allerdings trifft die Entwicklung nicht allein westliche Marken. Auch der einheimische Transporterhersteller GAZ verlor 4 Prozent seiner Käufer.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«