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Russischer Automarkt stabilisiert sich

| Autor: Andreas Grimm

Die Corona-Pandemie hat auch Spuren auf dem russischen Automarkt hinterlassen. Nach drei Quartalen ist das Minus aber nicht so heftig wie in Resteuropa. Und auch der Platzhirsch Lada hat Erfolge zu vermelden.

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Der russische Automarkt und insbesondere Lada kommen bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.
Der russische Automarkt und insbesondere Lada kommen bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der russische Autobauer Lada wie auch der gesamte russische Automarkt ist bislang recht robust durch die Corona-Krise gegangen. Wie der Verband europäischer Unternehmen (AEB) in Moskau mitteilte, ist der Neuwagenabsatz im laufenden Jahr in dem Land um 13,9 Prozent gesunken. Zum Vergleich: In Deutschland ist der Neuwagenabsatz nach drei Quartalen um ein Viertel im Minus.

Vom September an stiegen die Verkaufszahlen (+ 3,4 %) trotz vermehrter Corona-Fälle wieder an. Die Entwicklung kommt nicht ganz überraschend, gilt der September doch traditionell als guter Monat für das Automobilgeschäft. Zudem sei eine bislang verzögerte Kaufnachfrage auf staatliche Unterstützungsmaßnahmen getroffen, erklärte Thomas Staerzel, Vorsitzender des Arbeitskreises der Automobilhersteller im AEB.

Den Angaben zufolge wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 1,095 Millionen Neuwagen in Russland registriert. Nach sechs Monaten hatte der prozentuale Rückgang noch bei 23,3 Prozent gelegen. In seinem Ausblick für das Restjahr erwartet der AEB eine stabile Marktentwicklung mit einem Absatz im Gesamtjahr von etwa 1,5 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Gleichwohl sei dafür ein Quartal ohne ernstere Einschränkungen des Wirtschaftslebens erforderlich.

Avtovaz ist stabil

Wie der Gesamtmarkt kam auch der russische Autobauer Avtovaz mit der Marke Lada bislang einigermaßen stabil durch die Krise. Im Heimatmarkt rutschen die Verkäufe um 10,8 Prozent ab. Laut der AEB-Statistik kamen 236.500 Einheiten der klassischen Lada-Modelle (Vesta, Granta, 4x4) sowie des neuen Niva zur Zulassung. Die Avtovaz-Modelle erreichten einen Marktanteil von 21,6 Prozent – 0,7 Punkte mehr als im September 2019.

Hinter dem Niva steckt das von Avtovaz wieder vollständig übernommene ehemalige Joint-Venture mit Chevrolet, aus dem ein moderneres Allradfahrzeug hervorgegangen ist. Es durfte den traditionsreichen Namen Niva weiterführen, der auch in Deutschland das Herzstück des Importeurs war. Hierzulande wurde der alte Niva zuletzt als „4x4“, Urban oder Taiga verkauft.

Lada hat Ende September das 30-millionste Fahrzeug produziert: einen roten Granta mit der Sonderausstattung „Club“.
Lada hat Ende September das 30-millionste Fahrzeug produziert: einen roten Granta mit der Sonderausstattung „Club“.
(Bild: Avtovaz)

Vor wenigen Wochen hatte Lada Anlass zu feiern: Im Beisein von Luca de Meo, Chef der Renault-Nissan-Avtovaz-Allianz, lief das 30-millionste Lada-Fahrzeug vom Band. Passenderweise ein Lada Granta, der aktuell das meistverkaufte Auto in Russland ist. Der rote Granta in typisch russischer Stufenheck-Ausführung kommt allerdings nicht in den Verkauf, sondern ins Lada-Museum.

In der Renault-Nissan-Mitsubishi-Avtovaz-Allianz ist Lada dabei in Russland der stabilisierende Faktor. Während Renault in den ersten drei Quartalen noch im Marktschnitt an Absatz verlor, ging Nissan 17 Prozent zurück. Infiniti halbierte den Absatz, Datsun verlor 27 Prozent und Mitsubishi 32 Prozent.

Chinesische Autobauer rücken vor

Zu den Gewinnern in Russland gehören derzeit chinesische Fabrikate: Haval legte im bisherigen Jahresverkauf um Zweidrittel auf 11.700 Einheiten zu, Geely kletterte um 54 Prozent (9.700 Einheiten) und Chery um 50 Prozent (6.400 Einheiten). Prozentual den stärksten Sprung machte Changan mit einem Plus von 268 Prozent (!). Die Marke verkaufte 4.800 Einheiten.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«