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Saab-Händler beißen sich durch

Hoher Ersatzbedarf im Leasingbereich

15.04.2009 | Redakteur: Jens Rehberg

Die meisten Saab-Händler halten derzeit ihre Vertriebsumsätze auf Vorjahresniveau. Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte zurückgegangenen Neuzulassungszahlen des ersten Quartals 2009 seien hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Importeur keinerlei Retail-Zulassungen getätigt hat, sagte der Vorsitzende des Saab-Händlerverbands, Frank Jaenicke, am Mittwoch im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Einige Mehrmarkenhändler versuchten zurzeit zwar ihre Erlöse eher mit Zweit- oder Drittmarken zu generieren, die reinen Saab-Händler (Anm. der Red.: 45 von 116) verkauften allerdings momentan sogar besser als ein Jahr zuvor. Laut Jaenicke liegt das vor allem am hohen gewerblichen Leasing-Anteil an den Gesamtverkäufen. Hier gebe es deutlichen Ersatzbedarf, da gerade die 9-3er Kombis wieder zurückkommen, die ursprünglich „sehr aktiv“ vermarktet wurden. Außerdem tauchten eine Reihe von Neukunden auf, die auf ein Schnäppchen aus seien. Bislang habe lediglich ein Händler Insolvenz anmelden müssen.

Die Zusammenarbeit mit dem Importeur im Tagesgeschäft läuft nach Angaben des Verbands-Chefs im Moment gut. „Außendienst, Teileverfügbarkeit, Erstattungen - alles ganz normal.“ Nur die Erreichbarkeit sei manchmal eingeschränkt, weil die Mitarbeiter dann offenbar mit Hochdruck dem schwedischen Hersteller zuarbeiten müssten.

Vertriebsstandards teilweise ausgesetzt

Eine Entlastung auf der Kostenseite greift bei den Händlern bereits seit Ende letzten Jahres, wo man gegenüber dem Importeur zahlreiche Erleichterungen, unter anderem die Aussetzung verschiedener Vertriebsstandards, durchsetzen konnte.

Insgesamt sei die Stimmung unter den Händlerkollegen angesichts der Lage „erstaunlich gut“. Es müsse allerdings in Schweden dringend Klarheit über die Zukunft von Saab geschaffen werden, damit die Händler wieder Planungssicherheit bekommen.

Gewährleistungsrisiko ausschließen

Der Saab-Händlerverband steht für den Fall einer Herstellerinsolvenz derzeit in Verhandlungen mit einem Versicherer bezüglich einer Anschlussversicherung für Saab-Neufahrzeuge, um das Gewährleistungsrisiko auszuschließen.

9-3X startet verhalten

Die Bestellungen für den in Kürze verfügbaren 9-3X sind laut Jaenicke verhalten angelaufen. Eine Ausnahme seien die süddeutschen Händler, bei denen Allradfahrzeuge generell stärker nachgefragt sind. „Was uns hier fehlt, ist ein Diesel-Motor“, so Jaenicke wörtlich.

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