Saab nimmt Produktion wieder auf

Redakteur: Gerd Steiler

Beim finanziell schwer angeschlagenen schwedischen Autobauer rollen im Stammwerk Trollhättan nach über siebenwöchiger Zwangspause seit Freitag wieder Autos von den Produktionsbändern.

Saab Automobile hat am Freitag die Produktion in seinem Stammwerk im schwedischen Trollhättan wieder aufgenommen. Laut einer aktuellen Unternehmensmitteilung ist für den ersten Produktionstag seit dem 6. April die Fertigstellung von rund 100 Fahrzeugen geplant. Der schwedische Hersteller will die Tagesproduktion in den kommenden Wochen parallel zur vollständigen Wiederherstellung der Lieferkette weiter hochfahren.

Die Gesamtzahl der offenen Bestellungen aus den weltweiten Märkten im Werk Trollhättan beläuft sich Unternehmensangaben zufolge auf über 6.500 Fahrzeuge. Das Gesamt-Auftragsbuch umfasse über 8.100 Fahrzeuge. Darin enthalten seien rund 1.600 Bestellungen für das neue Crossover-Modell Saab 9-4X.

Produktion lag fast acht Wochen still

Laut Saab-CEO Victor Muller sollen nach der Markteinführung der neuen Saab 9-5 Limousine im vergangenen Jahr und der Modellreihe Saab 9-3 Griffin zu Jahresbeginn in den kommenden Monaten das neue Crossover-Modell Saab 9-4X und der „sehnlich erwartete“ Saab 9-5 SportCombi in den Handel kommen. Der neue Crossover sei für das Modelljahr 2001 „bereits jetzt ausverkauft, heißt es.

Der finanziell schwer angeschlagene schwedische Autobauer, der bis 2010 ein Tochterunternehmen des US-Konzerns General Motors war und im Februar vergangenen Jahres an den niederländischen Sportwagenbauer Spyker Cars verkauft worden war, musste seine Produktion Anfang April aufgrund massiver Zahlungsschwierigkeiten vorläufig einstellen.

Rettung in letzter Minute

Erst ein Hilfskredit des chinesischen Hawtai-Konzerns über rund 30 Millionen Euro hatte den Fortbestand der schwedischen Marke Anfang Mai vorerst gerettet. Laut einer Anfang Mai getroffenen Vereinbarung soll in den Fabriken des chinesischen Automobilkonzerns Hawtai ab 2013 das neue Saab-Modell 9.3 für den heimischen Markt vom Band laufen.

Spyker-Chef Victor Muller sagte zur neuen „strategische Partnerschaft“: „Sie sichert unsere mittelfristige Finanzierung und ermöglicht Saab den Einstieg auf dem chinesischen Markt.“ Hawtai seinerseits erwartet sich laut Konzern-Vize Richard Zhang „raschen Zugang zu innovativer Technologie und einem internationalen Netzwerk“.

Hawtai wurde erst vor zehn Jahren gegründet, hat nach Medienangaben eine eigene Fertigungskapazität von 200.000 Autos pro Jahr und nutzt bisher vor allem die Technologie des südkoreanischen Hyundai-Konzerns. Bei dem seit 20 Jahren fast immer mit Verlusten arbeitenden schwedischen Traditionsunternehmen Saab waren im vergangenen Jahr nur noch 32.000 Autos vom Band gerollt.

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