Saab produziert nur noch auf Bestellung

Interview mit Importeurs-Chef Hans-Jörg Hänggi

04.03.2010 | Autor: Jens Rehberg

Hans-Jörg Hänggi: „Bei GM kamen wir immer als Letzte dran.“
Hans-Jörg Hänggi: „Bei GM kamen wir immer als Letzte dran.“

Redaktion: Die Händler warten dringend auf neue Modelle – gibt es schon eine grobe Zeitlinie?

Hans-Jörg Hänggi: Der 9-5 wird Ende Juni kommen. Im Sommer sollen die Fahrzeuge bei den Händlern stehen. Der 9-5-Kombi kommt in einem Jahr. Der 9-4X ist ebenfalls für 2011 geplant. Der neue 9-3 soll 2012 kommen. Für den 9-1 gibt es derzeit noch keinen Zeitplan.

Stehen mittlerweile die endgültigen Preise für den 9-5 fest?

Wir werden die Preise erst in der kommenden Woche bekannt geben können. Herr Jonsson in Schweden war ja vor der Vertragsunterzeichnung mit Spyker wegen des zu dieser Zeit noch laufenden Liquidationsprozesses rechtlich nicht befugt, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Seit Mitte letzter Woche hat er das Ruder aber wieder offiziell in der Hand und macht seitdem nichts anderes, als Verkaufsprogramme, Budgets und Preise für alle Saab-Märkte weltweit abzuzeichnen.

Das heißt, Sie können demnächst Aufträge für den 9-5 bestätigen?

Ja. Die IT-Systeme für den 9-5 werden in den nächsten Wochen programmiert.

Wird es in Sachen IT nicht Probleme geben, wenn Saab und GM demnächst Ihre Systeme voneinander trennen?

Nein, diese Arbeiten laufen momentan im Hintergrund. Am Tag X, wenn wir das neue System aus Schweden haben, wird einfach umgestellt. Der Händler sollte davon überhaupt nichts merken, bis auf die neue Eingabemaske, wo dann möglicherweise der eine oder andere Schaltknopf woanders ist als vorher. Bis dahin läuft alles weiter wie bislang, das ist mit GM vertraglich auch so vereinbart – wir können ja nicht von heute auf morgen alles umstellen. Sowas dauert schon seine Zeit.

Was ist die strategische Marschrichtung in Bezug auf das deutsche Händlernetz?

Einige Händler werden sich sicherlich gut überlegen müssen, ob sie weiterhin bei Saab bleiben wollen. Denn wir werden beispielsweise künftig keine Lagerwagen mehr verkaufen. Wer sich auf diese Art der Vermarktung spezialisiert hat, für den wird es künftig schwierig – Saab liefert nur noch auf Bestellung. Viele werden damit aber auch kein Problem haben, weil sie immer schon weniger über den Preis verkauft haben als vielmehr auf den Kunden zugegangen sind und mit ihm gemeinsam die ideale Fahrzeugkonfiguration erarbeitet haben.

Wieviele der deutschen Saab-Händler tun Ihrer Meinung nach Letzteres?

60 bis 70 Prozent.

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