Saab will Klasse statt Masse

Saab-Geschäftsführer Willi Fey will zukünftig mit einem kleinerem Händlernetz arbeiten

20.09.2007 | Redakteur: Joachim von Maltzan

„Ich bin sicher, wir werden in zwei Jahren über ganz andere Perspektiven reden als heute.“
„Ich bin sicher, wir werden in zwei Jahren über ganz andere Perspektiven reden als heute.“

Redaktion: Was erwarteten Sie für Saab von der IAA?

Willi Fey: Die IAA hatte für uns dieses Jahr eine ganz besondere Bedeutung, da wir unsere neue 9-3 Baureihe vorstellten. Von daher ist es für uns wichtig, die IAA als Kommunikationsplattform zu haben. Außerdem präsentierten wir unseren neuen exklusiven Spitzensportler, den Turbo X, ein limitiertes Modell, das die Leistungsfähigkeit der Marke unterstreicht.

Mit welchen Stückzahlen rechnen Sie für dieses und nächstes Jahr?

Wir rechnen dieses Jahr mit etwa 4 500 Autos. Für das kommende Jahr planen wir eine leichte Steigerung. Aber im vernünftigen Rahmen. Für uns sind Stückzahlen nicht das absolute Credo. Uns ist viel wichtiger, dass wir für unsere Kunden weiterhin ein exklusiver und begehrenswerter Premiumhersteller sind. Natürlich wollen wir mehr verkaufen, das liegt in der Natur der Sache. Aber wir wollen das durch natürliches Wachstum erreichen.

Was ist Ihre Hauptbotschaft zum Thema Umwelt auf der IAA?

Biopower! Denn Biopower ist für uns momentan eindeutig der beste Weg, CO2 aus fossilem Ursprung zu reduzieren. Deshalb bieten wir mit dem neuen 9-3 nun zwei neue Biopower-Motoren an, die sofort von unseren Kunden gekauft werden können. Zur weiteren Verbreitung des Bioethanol-Tankstellennetzes haben wir mit den Händlern zusammen eine Idee kreiert: Durch Investitionen in manchen Händlerbetrieben wollen wir Kleinanlagen realisieren. Wir haben Händler, die das bereits getan haben. Ich kann da als Beispiel das Saab-Zentrum Wuppertal nennen, das eine 5 000-Liter-Anlage im Frühjahr eröffnet hat und damit sehr erfolgreich ist. Bei solchen Händlern steigt natürlich automatisch die Nachfrage nach Bioethanol-Fahrzeugen. Außerdem sprechen wir mit einigen Tankstellennetzbetreibern, damit vermehrt Bioethanol an Tankstellen angeboten wird.

Planen Sie Veränderungen im Händlernetz oder sind Sie mit der derzeitigen Ausbaustufe qualitativ und quantitativ zufrieden?

Wir werden unser Netz an Vertragspartnern, die sich auf den Vertrieb konzentrieren, reduzieren. Wir planen, zukünftig mit etwa 100 Vertriebspartner zu arbeiten. Zu diesen 100 Vertriebspartnern, die gleichzeitig Service-Partner sein sollen, werden wir weitere 100 Servicepartner etablieren, sodass wir in Zukunft mit einem Gesamtnetz von 200 Stützpunkten in Deutschland agieren werden. Wir glauben, dass wir dies brauchen, um einerseits die Fahrdistanz für die Kunden in einem verträglichen Rahmen zu halten und um auf der anderen Seite qualitativ hochwertige Händlerbetriebe zu haben, die mit unserer ganz speziellen anspruchsvollen Kundschaft umzugehen wissen.

Um wie viele Standorte werden Sie Ihr Netz reduzieren?

Wir hatten zu Beginn des Jahres 126 Vertriebsstandorte. Ende des Jahres werden wir nahe der 100 sein, wobei das ein fließender Prozess ist. Wir wollen und haben uns klar und deutlich das Ziel gesetzt, unser Netz qualitativ zu verbessern, denn der Saab-Weg ist vorgezeichnet.

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