E-Fuels Sachverständigenrat: Kein Wasserstoff aus Erdgas

Autor: Doris Pfaff

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hält die Herstellung von Wasserstoff auf Basis fossiler Brennstoffe für falsch, aber die Herstellung von grünem Wasserstoff für notwendig. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb eine Kehrtwende in den Plänen der Politik.

Großer Vorteil von Wasserstoff ist die schnelle Betankung. Doch damit die Ökobilanz stimmt, müsste der Wasserstoff regenerativ gewonnen werden.
Großer Vorteil von Wasserstoff ist die schnelle Betankung. Doch damit die Ökobilanz stimmt, müsste der Wasserstoff regenerativ gewonnen werden.
(Bild: Daimler)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, der Herstellung von Wasserstoff auf fossiler Basis eine Absage zu erteilen und stattdessen die Produktion von nachhaltigem grünen Wasserstoff und erneuerbaren Energien auszubauen. Kostbarer grüner Wasserstoff dürfe zudem keinesfalls zur Produktion von E-Fuels für Pkw verschwendet werden, so die DUH.

Die DUH bezieht sich mit ihren Forderungen auf die am Mittwoch veröffentlichte Stellungnahme „Wasserstoff“ des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) .

Darin betont der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) die Bedeutung von Wasserstoff für den Klimaschutz und empfiehlt der Bundesregierung, „alle Anstrengungen auf den Markthochlauf von grünem Wasserstoff aus Wind und Sonne zu konzentrieren“. Auch übergangsweise sollte die Politik nicht auf fossil erzeugten Wasserstoff setzen, heißt es.

SRU: Keine Investition in teure Brückentechnologie

Genau das drohe derzeit durch „falsche Weichenstellungen“, wenn jetzt darüber diskutiert werde, massiv in Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen zu investieren. Nach Auffassung des SRU verursache die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas starke Treibhausgasemissionen. „Damit würde in Technologien und Infrastrukturen investiert, die in einer treibhausgasfreien und umweltfreundlichen Wirtschaft keinen Platz mehr haben“, sagt Professorin Claudia Kemfert. Anstatt in teure Brückentechnologien solle in die Zukunft investiert werden.

Auch bei der geplanten Verwendung von Wasserstoff übt der SRU Kritik. Nicht überall, wo grüner Wasserstoff und synthetische Energieträger eingesetzt werden könnten, sei das sinnvoll. „Wenn grüner Strom direkt genutzt werden kann – wie durch das E-Auto im Straßenverkehr oder die Wärmepumpe in der Wärmeversorgung –, ist das in der Regel preiswerter und umweltfreundlicher“, fasst der Sachverständigenrat zusammen.

Grüner Wasserstoff nur nach Zertifizierungssystem importieren

Mit einem Zertifizierungssystem mit anspruchsvollen Nachhaltigkeitskriterien müsse sichergestellt werden, dass mit der Herstellung von grünem Wasserstoff keine Umweltprobleme wie Flächen- oder Wasserknappheit verschärft werden. Das gelte insbesondere für Importe. Bevor jedoch grüner Wasserstoff in großen Mengen importiert werde, sollten die inländischen Potenziale genutzt werden. Dazu müssten zunächst die Wind- und Sonnenenergie in Deutschland massiv ausgebaut werden, heißt es in dem SRU-Gutachten.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert mit Bezug auf das SRU-Gutachten eine „Kehrtwende bei der deutschen Wasserstoff-Politik“ und fordert von der Bundesregierung, Wasserstoff auf fossiler Basis eine klare Absage zu erteilen“. Kostbarer grüner Wasserstoff dürfe „keinesfalls zur Produktion hochgradig ineffizienter E-Fuels für Pkw verschwendet werden“, so die DHU.

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 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik