Sanierung unter Insolvenzschutz: Kluger Weg aus der Krise

Ein Eigenverwaltungsverfahren bietet Autohandelsbetrieben gute Sanierungschancen. Das „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG) spielt hierbei eine wichtige Rolle.

| Autor: Dr. Hubertus Bartelheimer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht, Geschäftsführer der Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und Leiter der Niederlassung Berlin (www.buchalik-broemmekamp.de)

Mittels einer Insolvenz in Eigenregie können viele Autohäuser mit neuer Kraft durchstarten.
Mittels einer Insolvenz in Eigenregie können viele Autohäuser mit neuer Kraft durchstarten. (Bild: © VRD - stock.adobe.com)

Viele Autohandelsbetriebe namhafter und etablierter Marken haben in den vergangenen Wochen die Kündigung ihrer Händlerverträge erhalten oder rechnen täglich damit. Grund sind oft weniger eine schlechte Performance oder operative Probleme im Autohaus als vielmehr strategische Entscheidungen der Automobilkonzerne zur eigenen Neuausrichtung.

Obwohl die Automobilhersteller parallel zu den Kündigungen in vielen Fällen einen Letter of Intent (LOI) übersandt haben – hierbei handelt es sich um eine Absichtserklärung mit dem Ziel, in die Verhandlungen zum Abschluss von Neuverträgen einzusteigen – und die ausgesprochenen Kündigungsfristen relativ lang sind, sollte jeder Händler sein eigenes Geschäftsmodell aus Anlass dieser Veränderungen selbst auf den Prüfstand stellen. Hierbei sollte er auch eine grundlegende operative Sanierung unter Insolvenzschutz in Eigenverwaltung in Betracht ziehen. Dazu müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die ein juristischer Berater im Vorfeld eingehend prüfen muss. Die Vorteile dieses Verfahrens gegenüber einer Sanierung ohne Insolvenzeinleitung sind erheblich. Die Prüfung kann unter Umständen insolvenzrechtlich zwingende Antragsgründe ergeben. In diesem Fall ist eine Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens oft überhaupt nicht mehr möglich beziehungsweise nicht mehr zulässig.

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