Scania-Kunden werben für den Hersteller

Autor: Stephan Richter

Laut Sciania-Verkaufsdirektor Sönke Weichenthal hat die neue Preispositionierung des Wettbewerbs, der seine Rabattstrategie überdacht hat, dem schwedischen Hersteller gut getan.

Firmen zum Thema

Sönke Weichenthal: „Unser Wettbewerb spürt jetzt, dass seine Rabattpolitik nicht mehr aufgeht."
Sönke Weichenthal: „Unser Wettbewerb spürt jetzt, dass seine Rabattpolitik nicht mehr aufgeht."
(Foto: Suffner)

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania ist einer der wenigen Lkw-Bauer, der seine Euro-6-Modelle bereits vor der IAA an seine Kunden ausgeliefert hat: „Wir verzeichnen geradezu einen Run auf diese Fahrzeuge“, sagte Sönke Weichenthal, Direktor Verkauf Lkw Scania Deutschland Österreich, im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« anlässlich der IAA Nutzfahrzeuge 2012. „200 Einheiten sind bereits in Deutschland auf den Straßen unterwegs, 300 weitere haben wir im Vorlauf. Über 1.000 Euro-6-Lkw hat Scania bereits in Europa verkauft. Die Lieferzeit beträgt aktuell sechs bis acht Wochen und im Schnitt sind die Fahrzeuge 8.000 Euro teurer als die Vorgängermodelle, abhängig vom KfW-Förderungssatz“, so Weichenthal.

Damit summieren sich die Euro-6-Lkw auf 20 Prozent der Auftragseingänge bei Scania. „Unsere Kunden stehen zu den Produkten und werben in Testimonials für die neue Technologie“, erklärte Weichenthal. Nach der Messe rechnet der Verkaufsdirektor mit einem weiteren Anstieg der Kundennachfragen: „Viele Unternehmen haben ihre Investitionen zurückgestellt. 2013 werden wir bei den Lkw-Verkäufen zulegen. Dabei wird es auch zu vorgezogenen Käufen von Euro-5-Modellen kommen.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Euro 6 in Serviceverträge integriert

Weichenthal zufolge habe Scania auch die Betriebskosten für Euro-6-Lkw im Blick und in seinen Serviceverträgen integriert: „Wir bieten die Verträge mit einem minimalen Aufpreis als zuvor an. Das lohnt sich aber, da allein der Filterwechsel einen Kostenfaktor darstellt. Der Wettbewerb blendet diese Angaben gegenüber seinen Kunden gerne aus.“

Mehr Fremdfabrikate

Um dem stagnierenden Servicegeschäft durch den Vertriebsrückgang 2009 zu begegnen, hat Scania neue Services entwickelt. „Wir bieten vermehrt den Service an Anhängern, Aufliegern oder Kühlfahrzeugen an. Zudem hat sich die Zahl der Fremdfabrikate erhöht, die den Weg in unsere Werkstatt finden“, sagte Weichenthal.

Gute Vorzeichen für die Schweden, die nach den ersten sechs Monaten des Jahres nur 92 Fahrzeuge hinter DAF auf dem vierten Platz der Zulassungsstatistik für Sattelzugmaschinen und Lkw lagen. „Wir sind auf die Entwicklung 2013 gespannt. Unser Wettbewerb spürt jetzt, dass seine Rabattpolitik nicht mehr aufgeht. Da Euro 6 naht, muss er seine Preispositionierung neu überdenken", sagte Weichenthal.

(ID:36235250)

Über den Autor

 Stephan Richter

Stephan Richter

Freier Autor