Schadensteuerung: Bessere Bedingungen ausgehandelt

BVdP: „Wir helfen bei übereifrigen Sachbearbeitern“

| Autor: Konrad Wenz

Robert Paintinger, Geschäftsführer BVdP, wird während der Würzburger Karosserietage aus der Verbandsarbeit berichten.
Robert Paintinger, Geschäftsführer BVdP, wird während der Würzburger Karosserietage aus der Verbandsarbeit berichten. (Foto: Wenz)

Redaktion: Knebelverträge der Innovation Group (IG) führten 2010 zur Gründung des Bundesverbands der Partnerwerkstätten (BVdP). Heute zählt der Verband etwa 500 Mitglieder. Das heißt, es sind nicht einmal alle IG-geplagten Betriebe Mitglied im Verband geworden. Woran liegt das? Ihre Arbeit hilft doch allen K&L-Betrieben...

Robert Paintinger: Innovation-Group-geplagte Betriebe? Ich glaube, das empfinden die meisten Betriebe heute nicht mehr so. Denn wir verbessern seit unserer Gründung beständig die Prozesse in der Zusammenarbeit und kümmern uns um Probleme, die die Betriebe mit dem Schadensteuerer haben. Dadurch haben wir den Betrieben viel Ärger abgenommen. Zudem haben wir bessere Bedingungen für die Betriebe durchsetzen können – das heißt, insgesamt funktioniert die Zusammenarbeit von Werkstätten mit der IG gut, die Betriebe sind zufrieden. Das ist für uns ein zweischneidiges Schwert, denn wenn die Betriebe zufrieden sind, fehlt ihnen die Motivation, dem BVdP beizutreten.

Aber es gibt ja nicht nur das IG-Netz - also eigentlich müssten es doch mehr Verbandsmitglieder sein.

Nicht unbedingt, denn es gibt nicht so viele Betriebe, die tatsächlich mit Schadensteuerung zu tun haben und gleichzeitig in diesem Bereich professionell aufgestellt sind. Ich glaube, dass das nicht mehr als 800 bis 1.000 K&L-Betriebe sind. Und die sind ganz häufig in mehreren Werkstattnetzen tätig, das heißt, sie arbeiten für alle oder zumindest für mehrere Schadensteuerer. Ich schätze, dass das etwa drei Viertel unserer K&L-Betriebe betrifft. Aufgrund dieser großen Schnittmenge kann ich wohl behaupten, dass wir schon sehr viele Betriebe erreicht haben - ich glaube sogar, dass dies die Mehrzahl ist.

Derzeit ist es relativ ruhig an der Steuererfront – haben die Betriebe resigniert?

Von Resignation kann überhaupt nicht die Rede sein. Es werden derzeit einfach viele Probleme gelöst, und das verändert das Schadenmanagement. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die Betriebe es deutlich merken würden, wenn es den BVdP nicht gäbe.

Welche Probleme lösen Sie konkret?

Grundsätzlich gibt es zwei Dinge, die wir in den letzten zwei Jahren umgesetzt haben – zwar nicht zur vollkommenen Zufriedenheit aller Beteiligten, aber das erreicht man im Geschäftsleben nie: Erstens wurden die Abwicklungsprozesse optimiert, und zweitens sind die Konditionen verbessert worden. Darüber hinaus haben wir dafür gesorgt, dass die Kommunikation zwischen den Betrieben deutlich besser geworden ist. Wir sind heute der Ansprechpartner für die Betriebe, der zwischen Werkstatt und Schadensteuerer geschaltet ist und bei dem sehr viele Informationen zusammenlaufen, die von den Betrieben auch wieder abgerufen werden können. Und wir helfen unseren Mitgliedern auf Wunsch dabei, all die kleinen Probleme zu lösen, die ein Betrieb z. B. mit übereifrigen Sachbearbeitern bekommen kann.

Was sind denn heute bei der Schadensteuerung noch die größten Knackpunkte?

Das System Schadensteuerung basiert darauf, dass derjenige, der Schäden in Höhe von 300.000 Euro in einen Betrieb steuert, deutlich bessere Konditionen hat, als derjenige, der lediglich 50.000 Euro steuert. Das ist auch nachvollziehbar. Leider gibt es K&L-Betriebe, die Konditionen unterschreiben, die nicht durch das Umsatzvolumen abgedeckt sind. Der Verband wirkt genau dem entgegen. An dieser Stelle ist es zwingend erforderlich, das Gewerbe umfassend aufzuklären.

Wer mehr über die Arbeit des BVdP und den Stand der Dinge in der Schadensteuerung wissen möchte, sollte die Würzburger Karosserietage im Vogel Convention Center am 23. Juni 2012 besuchen. Robert Paintinger wird auf dem Branchentreff aus der aktuellen Verbandsarbeit berichten. Die Veranstaltung richtet sich an alle Unternehmen, die Karosserie- und Lackinstandsetzung anbieten. Neben einem fundierten Vortragsprogramm erwartet die Besucher eine große Fachausstellung rund um die K&L-Reparatur.

Folgende Unternehmen unterstützen die Veranstaltung in der Ausstellung:

Carbon, Dekra, Teroson, Adam Opel, Adolf Würth, Blackhawk, Bolin Technologies, Car-O-Liner, Control Expert, DAT, Dent Wizard, Die Lackschwester, Eurogarant, Ford, GYS, Keller & Partner, KSR, Peter Kwasny, Sehon, Spies Hecker, TLA Technik, Toyota, TTS Tooltechnik, Wieländer+Schill, Wolf Anlagen-Technik.

Das komplette Programm finden Sie unter www.wuerzburger-karosserietage.de. Dort können Sie sich auch zur Veranstaltung anmelden, oder bei Catharina Leybold.

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