Scheidender Chef Schot: „Audi steht im Wettbewerb gut da“

Autor: Christoph Seyerlein

Am 1. April löst Markus Duesmann Bram Schot an der Spitze von Audi ab. Nun blickte der Niederländer auf die Entwicklung des Herstellers im vergangenen Jahr unter seiner Ägide zurück und gab ein Update zur Lage in der Corona-Krise.

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Bram Schots Amtszeit als Audi-Chef steht kurz vor ihrem Ende.
Bram Schots Amtszeit als Audi-Chef steht kurz vor ihrem Ende.
(Bild: Audi)

Eigentlich hätte Bram Schot am Donnerstag seinen vermutlich letzten großen Auftritt als Audi-Chef vor der Presse haben sollen. Doch die Corona-Pandemie machte eine Jahrespressekonferenz in Ingolstadt unmöglich. So zog der Niederländer nun nur schriftlich Bilanz, ehe ihn Markus Duesmann am 1. April an der Spitze des Premiumherstellers ablöst.

In seinem Statement schilderte Schot zunächst die Lage bei Audi aufgrund der Corona-Krise. „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, für die es keine bewährten Lösungen oder einfache Rezepte gibt. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Beschäftigten, Auftragnehmer und Gäste zu schützen und in diesem volatilen Umfeld die richtigen wirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen“, erklärte er. Bis Ende der Woche fährt Audi die Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn herunter. In Deutschland beantragt die VW-Tochter zudem Kurzarbeitergeld.

Mit Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr zeigte sich Schot mit der Entwicklung unter seiner Ägide zufrieden. „Audi steht im Wettbewerb gut da. In einem sehr herausfordernden Umfeld haben wir uns auf unsere Stärken konzentriert und unser Geschäft stabilisiert.“ Allerdings liegt die Marke beim Fahrzeugabsatz trotz einer leichten Steigerung im Vergleich zu 2018 auf 1.845.573 verkauften Neuwagen weiter deutlich hinter den Hauptkonkurrenten Mercedes und BMW zurück.

WLTP-Probleme will Audi mittlerweile im Griff haben

Fortschritte hat Audi laut Schot im vergangenen Jahr vor allem beim Thema WLTP gemacht. Den neuen Abgas-Standard hatte der Hersteller unterschätzt und lange nicht genügend Kapazitäten, um ihn umzusetzen. Von Herbst 2018 bis lange ins Jahr 2019 hinein waren Händler daraufhin nicht voll lieferfähig. Mittlerweile habe man das „WLTP-Lager“ aber sukzessive abgebaut, beteuerte der Noch-Chef.

Den Umsatz konnten die Ingolstädter 2019 im Vergleich zum Vorjahr von 53,6 auf 55,7 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen sank allerdings von 4,7 auf 4,5 Milliarden Euro. Die Rendite betrug 8,1 Prozent. Als Dank an die Belegschaft für jenes Ergebnis zahlt Audi den Mitarbeitern für das Jahr 2019 eine Erfolgsbeteiligung von 3.880 Euro aus.

Für die kommenden Monate hat sich Audi laut Finanzvorstand Arno Antlitz nun vorgenommen, vor allem auf die Effizienz zu achten. Wegen der Corona-Krise gehe es nun zunächst einmal darum, die Liquidität des Unternehmens zu sichern und die Kernprozesse zu stabilisieren. Die Marke will 2020 rund 20 neue und überarbeitete Modelle präsentieren. Bis Ende des Jahres sollen unter anderem fünf vollelektrische Autos auf den Straßen sein, die Zahl der Plug-in-Hybride im Audi-Portfolio soll auf 12 anwachsen.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«