Scheinwerferprüfung: Licht-Epidemie

Er scheint ansteckend zu sein, der Griff zum Digitalmodell. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Denen, die den Kauf eines kamerabasierten SEPs noch vor sich haben, eröffnet sich jedenfalls gerade ein deutlich wachsender Markt.

| Autor: Steffen Dominsky

Wer moderne Scheinwerfersysteme nicht nur prüfen, sondern auch einstellen möchte, dürfte langfristig an einem digitalen SEP kaum vorbeikommen. Neben einer Kamera samt Software verfügen diese oft auch über eine extra große Sammellinse.
Wer moderne Scheinwerfersysteme nicht nur prüfen, sondern auch einstellen möchte, dürfte langfristig an einem digitalen SEP kaum vorbeikommen. Neben einer Kamera samt Software verfügen diese oft auch über eine extra große Sammellinse. (Bild: Serge CHAPUIS)

Eine Epidemie ist es nicht wirklich. Eher eine Euphorie. Auf Neudeutsch würde man sagen „Hype“. „Während unsere Mitglieder früher rund 300 Scheinwerfer-Einstellprüfgeräte pro Monat an Werkstätten und Prüforganisationen ausgeliefert haben, ist es seit Ende letzten Jahres mehr als die dreifache Menge“, berichtete Frank Beaujean vom Verband der Werkstattausrüster ASA erst vor wenigen Tagen. Das erklärt auch die zum Teil massiven Lieferzeiten von bis zu einem Jahr, die manch ein SEP-Anbieter seinen Kunden derweil zumutet – siehe Ausgabe 22-23/2018.

Nach wie vor tut sich an der Geräterichtlinienfront rein gar nichts. Die aktuelle „Richtlinie für die Prüfung von Scheinwerfer-Einstellprüfgeräten“ – sie regelt die Zulassung von SEPs im Rahmen der HU („Baumusterzulassung“) – ist immer noch die von 1981. Sie sollte schon längst überarbeitet sein. Auch weil diese nicht im Entferntesten abdeckt, was ein digitales SEP ist und wie man dessen Kamera- und Softwaretechnik auf korrekte Funktion hin überprüft. Doch selbst wenn die Richtlinie irgendwann kommt: Eine Verpflichtung für den Einsatz von Digitalgeräten wird es mit ihr, Stand heute, nicht geben. Dagegen wehren sich allen voran die Prüforganisationen. Ihnen sind die digitalen Schaukästen zu umständlich, zu langsam und zu „teuer“. Für den schnellen Check ein gutes altes Analog-SEP, so deren Tenor.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45590134 / PLUS-Fachartikel)

Plus-Fachartikel

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo elektrifiziert konsequent sein Modellportfolio. Der Wermutstropfen für die Händler ist: Bei den Stromern und Plug-in-Hybriden sinkt die Grundmarge. Geschäftsführer Thomas Bauch schildert, wie er das wettmachen will, und warum sich der Importeur strukturell neu aufstellt. lesen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Jeder Betrieb braucht eine sinnvoll geregelte Finanzierung, um das tägliche Geschäft betreiben zu können. Dabei sollte man nach Ansicht des Unternehmensberaters Carl-Dietrich Sander einige wichtige Grundsätze beachten. lesen