Scherer realisiert Pilotbetrieb für Seat und Cupra

Autor: Andreas Grimm

Seat baut einerseits Cupra als eigenständige Marke auf, wird die sportliche Submarke im Showroom aber mittelfristig stärker integrieren. Wie es künftig in den Verkaufsräumen der Spanier aussehen könnte, zeigt ein Scherer-Neubau in Bingen.

Seat und Cupra: Die Verbindung der beiden Marken ist inzwischen bei vielen Seat-Partnern zu sehen. Nun auch bei Scherer in Bingen.
Seat und Cupra: Die Verbindung der beiden Marken ist inzwischen bei vielen Seat-Partnern zu sehen. Nun auch bei Scherer in Bingen.
(Bild: Scherer/Thorsten Gauls)

Die Scherer-Gruppe konzipiert in Bingen ihre Markenpräsenz neu. Wurden dort die Fabrikate VW, Skoda und Audi bislang an drei getrennten Betriebsstätten verkauft und gewartet, ist nun ein „Auto-Campus“ als neue zentrale Anlaufstelle für die Kunden entstanden. Er liegt etwas außerhalb der Stadt, dafür aber gut erreichbar direkt am Autobahn-Dreieck Nahetal. Neu ist neben dem Campus selbst zudem die Vertretung der Marken Seat und Cupra – und die hat es in sich.

Mit Seat – und Cupra – ist die Scherer-Gruppe in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Der neue Standort in Bingen ist bereits der siebte, an dem Scherer die Spanier vertritt. Gleichzeitig wird für den Importeur ein Open Point geschlossen. Im Inneren unterscheidet sich der Neubau für die Spanier deutlich von den bisherigen Schauräumen. Er weist den Weg in die kommende Innen-CI der Marken Seat und Cupra. Die bisherige rot-weiß-orangefarbige Innengestaltung weicht dem stärker Lounge-orientierten Design der Cupra-Bereiche.

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Bisher wurde die sportliche Submarke in einer optisch abgetrennten Cupra-Corner präsentiert. Diese Separierung ist im Scherer-Neubau aufgelöst. Kommt man in den neuen 430 Quadratmeter großen Showroom, stehen links die Seat-Fahrzeuge und rechts die Cupra-Modelle in einem fast fließenden Übergang. In der Mitte wartet eine Kundeninsel mit einem Beratungstisch, die für Interessenten beider Marken offen ist. Die Innengestaltung beschreibt Scherer in einer Pressemitteilung als „exklusiv-individuell“. Sie erfinde das Autohaus atmosphärisch neu.

Geplant hat Scherer am Auto-Campus etwa vier Jahre, die Bauzeit betrug etwa zwei Jahre. Am Seat-Cupra-Bau feilte der Händler gemeinsam mit dem Importeur etwa acht Monate, denn die Konzeption hat Pilotcharakter. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, um mit Seat und Cupra etwas Neues auszuprobieren“, berichtet Firmenchef Christian Scherer. Die Holzkästen zur Zubehör-Präsentation von Cupra finden sich im Seat-Bereich ebenso wie die graue Sichtbeton-Optik. Gleichzeitig legten die Innendesigner Wert auf ein warmes Gesamtdesign, wie es zuletzt Seat-typisch war, und auf südländisches Flair.

Ergänzt wird die Präsentationsfläche durch digitale Elemente wie eine Videowall und einen hochmodernen, digitalen „Silent Salesman“. „Die Verkaufsräume präsentieren sich in einem zeitgemäßen Look mit ausgeprägtem Lifestyle-Charakter und werden somit auch der nun stärker eingebundenen Marke Cupra besser gerecht“, sagt Erik Händler, Leiter Händlerorganisation bei Seat Deutschland.

Neben Seat/Cupra haben auch die VW- und Skoda-Häuser ihren Betrieb bereits aufgenommen, vereinzelte Bauarbeiten laufen aber noch. Die Audi-Repräsentanz soll im vierten Quartal fertiggestellt sein. Zu den Investitionskosten für das Projekt, das auf einem 26.500 Quadratmeter großen Grundstück entstand, äußert sich die Scherer-Gruppe auf Nachfrage nicht.

Daten zur Scherer-Gruppe

Zur Scherer Unternehmensgruppe gehören derzeit 31 Autohäuser an 19 Standorten in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, im Saarland und in Bayern. Hier werden die Marken Audi, VW, VW Nutzfahrzeuge, Porsche, Seat, Cupra, Skoda, Maserati und MAN gehandelt und servicetechnisch betreut. Tankstellen und eine Autovermietung ergänzen das Angebot.

Das Unternehmen gehört zu den größten Autohändlern in Deutschland. Laut einer Erhebung des Instituts für Automobilwirtschaft summierte sich der Umsatz im Jahr 2019 auf 1,034 Milliarden Euro bei 36.800 Neu- und Gebrauchtwagenverkäufen. Zwei Jahre zuvor hatte der Umsatz noch bei 773 Millionen Euro gelegen. Das 1937 gegründete rheinland-pfälzische Familienunternehmen beschäftigt über 1.900 Mitarbeiter.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«