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Scheuer fordert von Autobauern bezahlbare E-Autos

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die massenhafte Elektrifizierung bedarf eines Impulses, wie ihn einst der VW Käfer auslöste: ein bezahlbares Modell für die Massenmobilisierung. In dieser Frage sieht der Bundesverkehrsminister die Autobauer in der Pflicht.

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert mehr bezahlbare E-Autos von der Industrie.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert mehr bezahlbare E-Autos von der Industrie.
(Bild: Schienenprojekte des "Vordringlichen Bedarfs" von BM Scheuer vorgestellt / Schienenprojekte des "Vordringlichen Bedarfs" von BM Scheuer vorgestellt / BMVI / CC BY-ND 2.0 / BY-ND 2.0)

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert von den deutschen Autobauern mehr Tempo bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen. „Das muss mehr werden, Elektromobilität ist bei uns einfach noch zu wenig erlebbar“, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch beim Neujahrsempfang des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Die Branche dürfe sich nicht nur auf die Mittel- und Oberklasse konzentrieren, sondern auch auf kleine, bezahlbare Elektro-Autos. „Wir brauchen den Elektro-Käfer-Effekt“, sagte Scheuer mit Blick auf die Massenmotorisierung der Deutschen durch das VW-Modell.

In der Debatte um saubere Luft sprach sich Scheuer wieder gegen generelle Tempolimits und höhere Spritpreise aus. „Das ist einfallslos, das ist mir zu retro.“ Mit Angeboten wie Carsharing und On-Demand-Diensten müsse mehr Mobilität bei weniger Verkehr ermöglicht werden.

Ein bisschen retro ist der Verkehrsminister allerdings selbst, will er doch bei der EU-Kommission auf eine Überprüfung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte drängen. Das kündigte er in einem Brief an EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc an, der der „Bild“ vorliegt. Darin bezieht er sich auf „ mehrende Stimmen in der deutschen Ärzteschaft“", die die wissenschaftliche Herleitung des Jahresmittelwerts von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in Frage stellten. Allerdings hat sich inzwischen herausgestellt, dass diese „Stimmen“ eine absolute Minderheitenmeinung sind.

Gleichzeitig sagte Scheuer am Rande des VDA-Empfangs zu den Gesundheitsrisiken von Stickstoffdioxid aus Diesel-Autos: „Ich möchte mich da nicht reinfunzeln in diese wissenschaftliche Debatte, sondern dafür sorgen, dass wir jetzt die Messstellen überprüfen.“ Deutschland messe Schadstoffe deutlich strenger als andere europäische Länder.

Mattes warnt vor „Kreuzzug gegen das Auto“

Die Autobauer warnten vor Hysterie. „Mobilität muss bezahlbar bleiben“, sagte Verbandspräsident Bernhard Mattes. Die Menschen brauchten Auto, Bahn, Fahrrad, Carsharing und viele neue Formen künftiger Mobilität, um zur Arbeit zu kommen und am Leben teilzuhaben. „Deshalb brauchen wir keinen Kreuzzug gegen das Auto.“

Der Industrie gehe es gut, sagte Mattes. Weltweit könnten die deutschen Konzerne in diesem Jahr 17 Millionen Autos bauen, wenn die Handelskonflikte gelöst würden. An Minister Scheuer gerichtet sagte er: „Heute sind Sie nur unter Freunden. Wir tragen eine gemeinsame Verantwortung für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Deutschland.“

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