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Scheuer geht Industrie wegen E-Auto-Engpässen hart an

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Politik hat mit einer hohen E-Auto-Förderung die Nachfrage angestachelt, doch jetzt kann die Industrie die gefragten Elektroautos nicht liefern – siehe VW E-Up. Verkehrsminister Andreas Scheuer übt daran deutliche Kritik.

Findet die derzeitige Lieferfähigkeit der Autoindustrie in Sachen E-Autos unterirdisch: Verkehrsminister Andreas Scheuer.
Findet die derzeitige Lieferfähigkeit der Autoindustrie in Sachen E-Autos unterirdisch: Verkehrsminister Andreas Scheuer.
(Bild: Pressebegegnung von BM Scheuer nach Verhandlung mit Vertretern der deutschen Autohersteller / Pressebegegnung von BM Scheuer nach Verhandlung mit Vertretern der deutschen Autohersteller / BMVI / CC BY-ND 2.0 / CC BY-ND 2.0)

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat Lieferprobleme der Autoindustrie bei Elektroautos kritisiert. „Alles, was ins Stocken gerät, ärgert mich seit Langem“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Aber in der Zeit der Pandemie sind Schuldzuweisungen nicht angebracht.“ Die Politik habe „kraftvolle Entscheidungen“ getroffen, sagte Scheuer mit Blick auf die deutlich erhöhte staatliche Kaufprämie von bis zu 9.000 Euro für ein Fahrzeug.

„Jetzt ist das Verkaufsvolumen für alternative Antriebe nicht da, speziell Elektroautos“, sagte Scheuer. „Das müssen wir auflösen. Die Hersteller müssen es möglich machen, dass wir überhaupt Elektroautos kaufen können, nicht nur in kleineren Produktvolumina – und nicht nur die vollelektronische Variante, sondern auch den Hybrid.“

Die Nachfrage nach E-Autos war zuletzt durch die aufgestockten Kaufprämien gestiegen. Die Anpassung der Kapazitäten ist für die Autobauer jedoch schwierig, es gibt zum Teil lange Lieferzeiten. In der Folge hat VW für die E-Version des Kleinstwagens Up einen Bestellstopp verhängt, ebenso inzwischen Skoda für den Citigo. Offiziell heißt es, die Produktion könne nicht mit den Bestellungen mithalten, wodurch längere Wartezeiten entstehen. In Branchenkreisen wird allerdings vermutet, dass die Produktion nicht kostendeckend sei.

Die Autoindustrie steckt generell in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben, dazu kommt der digitale Wandel. Die Corona-Krise hatte zu einem Einbruch bei der Nachfrage nach Benzinern und Dieselautos geführt. Dies drückt auf die Ertragslage. Vor allem Zulieferer hatten angekündigt, Jobs zu streichen.

Hilfen für die Zulieferer

„In der jetzigen Situation müssen wir die aktuellen Meldungen gerade der großen Zulieferer im Blick haben“, sagte Scheuer. „Wir reden von Tausenden von Arbeitsplätzen. Jetzt schon. Das ist keine Panikmache, sondern es hat einfach mit der konjunkturellen Situation, der Auftragslage und den Produktionszyklen zu tun.“

Scheuer und die CSU wollen eine Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotor, haben sich aber damit in der Koalition nicht durchsetzen können. Bei einem „Autogipfel“ hatten Politik und Wirtschaft beschlossen, bis November die Einrichtung eines Transformationsfonds für Zulieferer zu prüfen.

Es werde weiter Thema bleiben, wie der Automobilwirtschaft geholfen werden könne, sagte Scheuer. Es gebe verschiedene Vorschläge. 2Wir wollen die neuen Fahrzeuge, die effizienter und sauberer sind, auf die Straße bringen. Der Austausch generell von Alt in Neu, und natürlich von alten in neue Antriebe muss uns umtreiben. Alles, was neu auf die Straße kommt, ist effizienter und sauberer – egal welcher Antrieb.“ Auch die Neuproduktion von Nutzfahrzeugen dürfe nicht ins Stocken geraten, sodass Werke nicht schließen müssen.

Scheuer sagte zum Umbruch in der Autoindustrie weiter: „Unbestritten liegt ein immenser Weg vor uns, den wir leisten müssen: bei den Antrieben, der Digitalisierung und der Weiterentwicklung des gesamten automobilen Sektors – damit wir Wohlstand und Arbeitsplätze sichern.“ Corona habe einen Digitalisierungsschub auch bei der Mobilität ausgelöst. 2Ich appelliere an alle, jetzt nicht auf der Bremse zu stehen, sondern sich für den Transformationsprozess einzusetzen.

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