Kfz-Gewerbe Sachsen-Anhalt Schlechte Bilanz im Fahrzeughandel

Autor: Doris Pfaff

Nur das vierte Quartal des vergangenen Jahres bescherte dem Fahrzeughandel in Sachsen-Anhalt halbwegs erträgliche Zahlen. Trotz der aktuellen Schließung der Verkaufsräume rechnet der Kfz-Landesverband für 2021 zumindest mit einer Stabilisierung des Geschäfts.

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Thomas Peckruhn, Präsident des Kfz-Gewerbes Sachsen-Anhalt, kritisiert die Schließung des stationären Autohandels.
Thomas Peckruhn, Präsident des Kfz-Gewerbes Sachsen-Anhalt, kritisiert die Schließung des stationären Autohandels.
(Bild: Promotor)

Für das Kfz-Gewerbe in Sachsen-Anhalt zieht der Landesverband eine unerfreuliche Bilanz: Das Autojahr 2020 stand ganz im Zeichen von Corona. Trotz eines besseren vierten Quartals beim Fahrzeughandel fällt die Gesamtjahresbilanz im Vergleich zu 2019 deutlich schlechter aus.

„Ein starker Jahresendspurt konnte vor allem durch die nochmalige Schließung des stationären Fahrzeughandels seit dem 16. Dezember in Sachsen-Anhalt nicht realisiert werden“, konstatierte Thomas Peckruhn, Präsident des Kfz-Landesverbands Sachsen-Anhalt und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK); er ist enttäuscht.

Peckruhn: „In Thüringen geht es auch ohne Schließung des Autohandels“

Peckruhn wünscht sich für die Zukunft „Entscheidungen mit sachgerechtem Weitblick“. Dabei verweist er auf den Freistaat Thüringen, wo der stationäre Fahrzeughandel trotz des Lockdowns weiterhin erlaubt bleibt.

„Als Inhaber einer Autohausgruppe mit Standorten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen habe ich den direkten Vergleich und kann deshalb resümieren, dass ausgewogene Maßnahmen wie in Thüringen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht zwangsläufig mit unnötigen wirtschaftlichen Beschränkungen einhergehen müssen. Die Schließung des Handelsbereichs gerade in den überwiegend als Mischbetrieben mit Werkstatt und Verkauf bestehenden Autohäusern ist häufig auch den Kunden schwer zu vermitteln“, sagt Peckruhn.

Zudem trügen Autohäuser aufgrund ihrer vergleichsweise großen Verkaufsflächen und ihres verhältnismäßig geringen Kundenaufkommens nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen bei. Die Mindestabstände und Hygieneregeln würden problemlos befolgt. Auch ein Gedränge oder Anstehen an der Kasse gebe es hier nicht.

Gesenkte Mehrwertsteuer war nicht vollends zu nutzen

Die bis zum Jahresende befristete Absenkung der Mehrwertsteuer bewertet Peckruhn als „erfreuliche und vertrauensbildende Maßnahme der Politik“. Allerdings habe sie wegen des erneuten Lockdowns nur sehr stark eingeschränkt genutzt werden können. Die Situation sei zusätzlich durch die teilweise Schließung von Kfz-Zulassungsstellen verschärft worden. Ein Fahrzeug, das im Dezember zur Abholung bereitgestanden habe, aber nicht mehr habe zugelassen werden können, könne im neuen Jahr nur mit 19 Prozent Mehrwertsteuer an den Kunden ausgeliefert werden, was im Einzelfall für diesen eine Mehrbelastung von bis zu über 1.000 Euro bedeute, so Peckruhn.

Für 2021 erwartet der Kfz-Landesverband Sachsen-Anhalt eine weitere Stabilisierung im Neu- und Gebrauchtwagenhandel, aber auch im Werkstattgeschäft. Schließlich haben viele Kunden 2020 die Wartungs- und Reparaturarbeiten an ihren Fahrzeugen nur aufgeschoben.

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 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik