Elektromobilität Schleswig-Holstein ist Elektro-Musterland

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der Boom der Elektromobilität war im vergangenen Jahr, ausgelöst durch eine üppige Förderung, nicht mehr zu übersehen. Doch die Liebe zum Elektroantrieb ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich stark ausgeprägt.

Firmen zum Thema

In Deutschland hat die Elektromobilität im Jahr 2020 deutlich an Akzeptanz gewonnen. Regional gibt es allerdings deutliche Unterschiede.
In Deutschland hat die Elektromobilität im Jahr 2020 deutlich an Akzeptanz gewonnen. Regional gibt es allerdings deutliche Unterschiede.
(Bild: KIT)

Autokäufer in Berlin und Schleswig-Holstein stehen Elektroautos besonders offen gegenüber. Dort fährt jeder sechste 2020 neu zugelassene Pkw entweder ausschließlich mit Batterie oder er hat unter der Haube zusätzlich zum Verbrenner einen Elektromotor mit Stecker, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht. Für beide Antriebsarten gibt es Kaufprämien von mehreren tausend Euro.

Im Schleswig-Holstein und in der Bundeshauptstadt entschieden sich 16,5 Prozent der Käufer dafür, ähnlich viele waren es in Baden-Württemberg mit 16,4 Prozent und in Brandenburg mit 16,1 Prozent. Vergleichsweise wenig gefruchtet haben die Kaufanreize dagegen in Sachsen-Anhalt (8,8 %), Mecklenburg-Vorpommern (9,3 %) und Hamburg (9,5 %). Auch in Thüringen und Sachsen (jeweils 9,8 %) blieb die Nachfrage noch unter der 10-Prozent-Marke.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 394.632 Neuwagen mit Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb erstmals zugelassen. Das waren im Bundesschnitt 13,5 Prozent aller Neuwagen. In weiteren rund 327.000 Fahrzeugen waren Mildhybride verbaut. Rechnet man sie hinzu, hatte bundesweit etwa jedes vierte Auto, das 2020 neu auf die Straßen kam, in irgendeiner Form einen Elektroanteil an der Elektrifizierung.

Schleswig-Holstein steht auch an der Spitze bei reinen E-Autos. Knapp jeder zehnte 2020 neu zugelassene Pkw fährt nur mit Strom. Hamburg ist Schlusslicht mit 4,2 Prozent. Allerdings hat die Hansestadt bereits den höchsten Bestand an E-Autos. Zum 1. Oktober war jeder 80. Wagen auf Hamburgs Straßen ein Batteriefahrzeug oder ein Plug-in-Hybrid. Bundesweit ist nur etwa jedes 116. Auto ein E-Fahrzeug.

Elektroautos spielen eine Schlüsselrolle in der deutschen Klimapolitik. Nachdem die Nachfrage jahrelang nur schleppend zulegte, kam sie vergangenes Jahr in Gang - mithilfe millionenschwerer Förderung. Bund und Hersteller gewähren beim Kauf eines Elektroautos Prämien von bis zu 9000 Euro, bei Plug-in-Hybriden sind es bis zu 6.750 Euro.

Vielerorts hatte auch die Zahl der Ladesäulen zuletzt zugenommen. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es inzwischen rund 40.000 öffentliche Stromtankstellen für E-Autos.

(ID:47318040)