Streitbeilegung Schlichten statt richten

Autor / Redakteur: Harald Czycholl / Julia Mauritz

Bei Streitfällen zwischen Kunden und Kfz-Betrieben ist ein Gerichtsprozess selten der ideale Weg, um den Konflikt beizulegen. Besser ist eine außergerichtliche Streitbeilegung mithilfe eines Schlichters. Das Kfz-Gewerbe verfügt dafür über eigene Schiedsstellen.

Schiedsstellen können effektiver und kostengünstiger etwaige Streitpunkte zwischen Kunde und Kfz-Betrieb klären.
Schiedsstellen können effektiver und kostengünstiger etwaige Streitpunkte zwischen Kunde und Kfz-Betrieb klären.
(Bild: © Trueffelpix - stock.adobe.com)

Die Rechnung scheint zu hoch, an der Reparatur gibt es etwas zu mäkeln, und die Werkstatt hat mehr gemacht als verabredet: Bei rund 70 Millionen Serviceaufträgen pro Jahr und etwa 3,5 Millionen Gebrauchtwagenverkäufen über den Handel bleiben Streitfälle zwischen Autokunden und Kfz-Betrieben nicht aus. Wenn der Ärger groß ist, kann man schon mal darüber nachdenken, die Gegenseite vor Gericht zu zerren und zu verklagen. Doch ein Gerichtsverfahren kann Jahre dauern, der Ausgang ist ungewiss, und die Kosten können hoch sein.

Einen Ausweg bietet die außergerichtliche Streitbeilegung mithilfe von Schlichtungsstellen, Schiedsleuten und Mediatoren. „Sie führen günstiger und schneller zu einer Lösung als Gerichtsprozesse“, betont Michael Sittig von der Stiftung Warentest. Auf diese Weise könne man Konflikte gütlich und langfristig beilegen. Und was vor allem wichtig ist: Im Vordergrund steht eine Lösung des jeweiligen Problems und nicht unbedingt ein Urteil, das die streitenden Parteien in Gewinner und Verlierer unterteilen würde. Bei Ärger zwischen Unternehmen kann zudem die Konfliktlösung über private Schiedsgerichte Vorteile bieten.