Winterreifen Schmale Reifen mit starker Performance

Autor: Jan Rosenow

Mit dem neuen „Winter-Contact TS 870“ wollte Continental wieder am Seriensieger des vergangenen Jahres, dem Bridgestone „Blizzak LM 005“, vorbeiziehen. Beim ersten Test der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ klappte das noch nicht ganz.

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Der Bridgestone Blizzak LM 005 konnte sich auch im ersten Winterreifentest der Saison 2021/2022 durchsetzen.
Der Bridgestone Blizzak LM 005 konnte sich auch im ersten Winterreifentest der Saison 2021/2022 durchsetzen.
(Bild: Bridgestone)

Im ersten Reifentest der Wintersaison 2021/2022, den die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ in ihrer Ausgabe vom 9. September veröffentlichte, stand die Reifendimension 195/55 R 16 im Mittelpunkt. Diese Größe ist häufig auf Kleinwagen wie dem VW Polo, Opel Corsa, Audi A1, Dacia Sandero, Ford Fiesta oder Mini One anzutreffen und gilt heute schon als vergleichsweise schmal. Das Format verspricht gute Wintereigenschaften, da schmale Reifen Wasser, Matsch und Schnee besser verdrängen als breitere Pneus.

Außerdem können die Reifenhersteller flexiblere und damit schnee- und eisgriffigere Gummimischungen verwenden, da diese Reifengröße eher für leichtere und nicht extrem leistungsstarke Fahrzeuge ausgelegt ist. Und das Testergebnis der zehn Reifen bestätigte diese theoretischen Erwägungen: Drei Mal sehr gut, sechs Mal gut und nur einmal befriedigend lauteten die Endnoten.

Eine weitere spannende Frage war, wie sich der neue Continental-Winterreifen Winter-Contact TS 870 schlagen würde. Dieser sollte den Vorgänger TS 860 eigentlich schon 2020 ablösen; der Produktionsstart wurde aber pandemiebedingt verschoben. Und so mauserte sich im letzten Jahr der Bridgestone Blizzak LM 005 zum Dauersieger bei den Winterreifentests. Bei „Auto Motor und Sport“ trafen beide Kontrahenten nun erstmals aufeinander.

Das Fahrprofil des Kunden sollte die Reifenwahl bestimmen

Allerdings lieferte keiner der Testreifen – neben Bridgestone und Conti noch Vredestein Wintrac, BF Goodrich G-Force Winter 2, Michelin Alpin 6, Goodyear Ultragrip 9 Plus, Pirelli Cinturato Winter, Falken Eurowinter HS 01, GT Radial Champiro Winter-Pro 2 und Toyo Observe S 944 – auf allen Untergründen Spitzenergebnisse. Praktisch alle hatten mindestens eine Schwäche in einzelnen Bereichen wie Bremsweg, Seitenstabilität und Grip auf den verschiedenen Untergründen.

Deshalb sollte der Reifenverkäufer die Kunden immer nach ihrem Fahrprofil fragen: Wohnen sie einsam am Berg, ist maximale Schneeperformance wichtig. Für den Handelsreisenden aus Norddeutschland hingegen könnte der Nassgrip die wichtigere Eigenschaft sein.

BF Goodrich: Perfekte Leistung auf Schnee

Auf Schnee etwa war der BF Goodrich nicht zu schlagen und holte sich in jeder Disziplin die Maximalnote 10. Zweitbester Schneereifen war der Pirelli, aber auch Conti, Bridgestone und Vredestein brachten es auf eine gute Bewertung auf Schnee.

Auf nasser Fahrbahn haftet hingegen keiner besser als der Bridgestone. Beim Bremsen aus Tempo 80 steht der Testwagen mit dem LM 005 fast zwei Meter früher als mit dem zweitbesten Reifen. Bereift mit dem GT Radial hat der Testwagen noch 25 km/h drauf, wenn der Bridgestone schon steht, mit dem Pirelli Cinturato ist der Testwagen noch mit Tempo 32 unterwegs.

Auf trockener, kalter Fahrbahn machte der Michelin das Rennen – dank überragender Haftung, hoher Fahrpräzision und den kürzesten Bremswegen. Bridgestone und Vredestein waren dem Michelin knapp auf den Fersen.

Und so konnte sich am Ende erneut der Bridgestone Blizzak LM 005 durchsetzen – mit einer Durchschnittsnote von 8,7. Ebenfalls die Note „sehr gut“ vergab das Testteam von „Auto Motor und Sport“ an den Conti Winter-Contact TS 870 (8,2 Punkte) und den Vredestein Wintrac (8,1). Alle weiteren Probanden erhielten immerhin die Note „gut“ – bis auf den Toyo Observe. Doch dieser verlor vor allem auf schneebedeckter Bahn an Boden gegen die Konkurrenz. Auf Nässe und vor allem auf trockener Fahrbahn zeigte er gute Leistungen.

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group