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Schnelllader-Praxistest: Ionity und EnBW liegen vorn

Autor / Redakteur: sp-x/vh / Viktoria Hahn

Wer sein Elektroauto schnell laden will, tankt bei den großen Anbietern am besten. Das gilt sowohl für die Ladesäulen als auch für die dazugehörigen Apps. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Test der Zeitschrift „Connect“.

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Testsieger: Die DC-Säulen von „Connect“-Testsieger Ionity überzeugten mit Zuverlässigkeit und einfacher Bedienung.
Testsieger: Die DC-Säulen von „Connect“-Testsieger Ionity überzeugten mit Zuverlässigkeit und einfacher Bedienung.
(Bild: Porsche)

Die größten Ladepunktbetreiber sind auch die besten. Bei einem Schnelllader-Praxistest der Zeitschrift „Connect“ zusammen mit der Unternehmensberatung Umlaut landeten Ionity und EnBW auf dem ersten und zweiten Platz. Die Niederländer von Fastned schafften es auf Rang drei.

Die DC-Säulen von Testsieger Ionity überzeugten mit Zuverlässigkeit und einfacher Bedienung, zeigten aber wie viele andere Kandidaten Schwächen bei Ausschilderung, Wetterschutz und den Bezahlmöglichkeiten. Insgesamt reichte es dennoch für die Note „sehr gut“.

Eine Note schlechter, aber immer noch „gut“ schnitten die Schnelllader des süddeutschen Energieversorgers EnBW ab. Sie wurden als sehr zuverlässig beschrieben. Jedoch könnte laut den Testern die Benutzerführung intuitiver und informativer sein. Bei den ebenfalls „guten“ Fastned-Anlagen bemängelten sie, dass zum Laden die firmeneigene App nötig sei. Diese funktioniere in der Praxis aber immerhin außerordentlich gut.

Bei den übrigen Kandidaten – Allego, Eon, E-Wald und Comfortcharge – reichte es nur zu einem „befriedigend“. Zu den Schwächen der einzelnen Betreiber zählten unter anderem Standortwahl, Beschilderung, Wetterschutz, Preistransparenz oder Zuverlässigkeit.

Elektromobilitätsprovider ebenfalls auf dem Prüfstand

Neben den Ladesäulenbetreibern hat „Connect“ auch die Leistungsfähigkeit der Elektromobilitätsprovider getestet – der Dienste, die die Anmeldung an der Ladesäule, das Tanken und das Bezahlen regeln, letztlich also die nötige Software für den Kunden bereitstellen.

Testsieger mit der Note „sehr gut“ war in diesem Fall der EnBW-Ladedienst „EnBW Mobility+“, der auch unter ADAC-Logo angeboten wird. Für den Ladedienst sprach demnach die „durchdachte App“ mit einfacher Bedienung und gutem Funktionsumfang. Außerdem konnten die Ladevorgänge zuverlässig gestartet werden. Auch die Preisgestaltung sei transparent gestaltet. Lediglich eine Integration der Lade-Zwischenstopps in die Routenführung bleibt laut den Testern auf der Wunschliste.

Kein Bezahlen per Kreditkarte bei Shell

Auf Rang zwei landete der Service von Maingau „Einfach Strom Laden“: Mit seinen Ladetarifen und seiner App unterstütze er eine „stattliche Zahl an Ladepunkten“. Die App bietet auch eine Navigationsfunktion, die auf dem Online-Kartendienst Mapbox basiert – Ladestopps in die Routenführung integrieren kann auch sie jedoch nicht.

Der dritte Platz ging an Shell Recharge (ehemals New-Motion). Die Registrierung in der App sei laut den Testern unkompliziert gewesen, das Auffinden von Ladepunkten habe gut geklappt. Die von Shell berechneten Preise waren zwar je nach Ladepunktbetreiber unterschiedlich, wurden in der App aber transparent kommuniziert. Ungewöhnlich: Das Bezahlen per Kreditkarte wird nicht unterstützt.

Sowohl der Shell- als auch der Maingau-Service erhielten die Note „gut“. Ein „ausreichend“ gab es lediglich für Alpiq, wo die Preisanzeige nicht zuverlässig funktionierte.

Porsche Taycan und Audi E-Tron im Einsatz

Die bereits zweite Ausgabe des „Ladenetztests“ fand auf Basis zahlreicher Testfahrten mit häufigen Ladestopps statt. Dafür fuhren die Tester von „Connect“ einen Porsche Taycan 4S und einen Audi E-Tron 55. Der Fokus lag auf dem für Langstrecken relevanten „High Power Charging“ (HPC) mit Ladeleistungen von mindestens 150 Kilowatt.

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