Dieselfahrverbote Schon 1.550 Verstöße in Stuttgart

Autor Jan Rosenow

Seit dem 1. Oktober sanktioniert die Stadt Stuttgart Verstöße gegen das Fahrverbot für Dieselautos der Abgasnorm Euro 5. Die Statistik zeigt, dass viele Autobesitzer ihren Wagen trotzdem weiter nutzen.

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Diesel raus aus Stuttgart – das gilt nicht nur für echte Stinker wie diesen, sondern auch für vergleichweise moderne Autos, die die Euro-5-Norm erfüllen.
Diesel raus aus Stuttgart – das gilt nicht nur für echte Stinker wie diesen, sondern auch für vergleichweise moderne Autos, die die Euro-5-Norm erfüllen.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 5 und schlechter dürfen seit dem 1. Juli 2020 in Stuttgart nicht mehr in das Gebiet der sogenannten kleinen Umweltzone einfahren. Diese umfasst den Stuttgarter Talkessel sowie die Stadtbezirke Bad Cannstatt, Feuerbach und Zuffenhausen. Kamen Sünder in den ersten drei Monaten noch ungeschoren davon, sanktioniert die Stadt nun seit dem 1. Oktober 2020 Verstöße gegen das Fahrverbot mit einem Bußgeld von 80 Euro. Zuzüglich Gebühren kostet der Ausflug in die Schwabenmetropole die Fahrer älterer Diesel sogar 108,50 Euro.

Und die Gefahr, erwischt zu werden, ist nicht gering. Laut einer Sprecherin der Landeshauptstadt Stuttgart kontrolliert die städtische Bußgeldstelle alle dort einlaufenden Verstöße, beispielsweise Fahren über eine rote Ampel, Falschparken oder zu schnelles Fahren, dahingehend, ob bei dem jeweiligen Fahrzeug auch ein Verstoß bezüglich des Diesel-Verkehrsverbots vorliegt. Zusätzlich prüft die Polizei Dieselautos im Rahmen ihrer üblichen Verkehrskontrollen.

Über 187.000 Autos überprüft

Im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 7. Dezember 2020 hat die Bußgeldstelle auf diese Weise nicht weniger als 187.072 Fälle geprüft und hierbei 1.550 Verstöße gegen das Dieselfahrverbot festgestellt. Die Fahrer mussten also neben dem Bußgeld für den Verkehrsverstoß zusätzlich noch die oben genannten 108,50 Euro zahlen.

Die Zahlen zeigen, dass nach wie vor eine erhebliche Zahl von Autobesitzern mit Euro-5-Fahrzeugen in den Stuttgarter Talkessel einfährt. Kfz-Betriebe sollten deshalb ihre Kundendatenbank noch einmal nach Besitzern solcher Autos durchforsten und ihnen Nachrüstkatalysatoren anbieten. Diese gibt es für viele Modelle der Marken Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, Volvo und andere. Mercedes-Benz und Volkswagen fördern die Nachrüstung zudem mit einem Zuschuss von 3.000 Euro.

Nach Angaben der Kfz-Innung Region Stuttgart sind allein in der Landeshauptstadt rund 18.500 Diesel-Pkws mit der Abgasnorm Euro 5 zugelassen. Rechnet man alle Fahrzeuge aus den umliegenden Landkreisen hinzu, kommt man auf rund 140.000 Stück.

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