Lockdown in den Autohäusern Schon bestellte Fahrzeuge dürfen in Bayern ausgeliefert werden

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Die Autohäuser in Bayern dürfen doch noch ihre bestellten Fahrzeuge an ihre Kunden liefern. Diese Zusage erhielt jetzt das Kfz-Gewerbe Bayern von der Staatsregierung. Doch diese Nachricht hilft dem Autohandel nur, wenn die Zulassungsstellen mitspielen.

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Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.
Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

Das bayerische Kraftfahrzeuggewerbe mit seinen rund 7.000 Kfz-Innungsbetrieben begrüßt die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, die Übergabe von bereits gekauften oder geleasten Fahrzeugen an die Kunden im aktuellen Lockdown zu erlauben.

„Wir freuen uns, dass nicht nur Kfz-Werkstätten geöffnet bleiben dürfen, sondern dass sich der Freistaat Bayern auch in Sachen Kfz-Auslieferung den Argumenten des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes angeschlossen hat. Diese verbindliche Klarstellung ist ein wichtiges Signal für das mittelständische Kfz-Gewerbe und dessen Kunden sowie ein klares Bekenntnis zur Aufrechterhaltung der individuellen Mobilität“, sagte Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes.

Gleichzeitig appellierte er an die kommunalen Verwaltungen, diesen Beschluss der Staatsregierung aktiv zu unterstützen: „Damit das gelingen kann, müssen die Kfz-Zulassungsstellen im Freistaat weiterhin die Zulassung von Fahrzeugen bis zum Jahresende ermöglichen.“

Besonders vor dem Hintergrund der auslaufenden Mehrwertsteuerermäßigung hätten viele Kfz-Händler in den vergangenen Wochen noch Fahrzeuge verkauft, die sie jetzt nach einer Zulassung unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften an die Kunden übergeben können.

Autos müssen raus, sonst muss der Händler vorfinanzieren

„Die Autohäuser bekommen ihr Geld vom Kunden erst bei Vertragserfüllung, also bei der Übergabe des zugelassenen Fahrzeugs. Bis dahin müssen die Autohändler allein in Bayern Fahrzeuge im hohen Million-Euro-Bereich weiter vorfinanzieren“, sagte Präsident Vetterl. „Deshalb ist es nach dem wirtschaftlich ohnehin äußerst herausfordernden Corona-Jahr wichtig, dass die Auslieferung bis zum Jahresende durch funktionierende Kfz-Zulassungsstellen gewährleistet werden kann“, sagte Präsident Vetterl.

Er forderte zudem, das Bundesprojekt „iKfz“ zur digitalen Fahrzeugzulassung zügig voranzutreiben. „Wir brauchen überall in Bayern dringend eine funktionierende digitale Zulassung – besonders wenn auch künftig Lockdown-Maßnahmen ergriffen werden müssen.“

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