Schrottplätze in der Corona-Krise: „Wir sind zum Sterben verurteilt“

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FAR-Chef Siegfried Kohl sagt, im Schnitt sei der Umsatz der Autoverwerter seit Ausbruch der Corona-Pandemie um 25 bis 50 Prozent eingebrochen. Zu konkreten Umsatzzahlen kann er weder für das erste Halbjahr noch für die zurückliegenden Jahre etwas sagen. Die Firmen wollten dazu keine Angaben machen.

Das alles passt zum nebulösen Erscheinungsbild der ganzen Branche. Viele Verwerterbetriebe konzentrieren sich nicht aufs Verschrotten, sondern mischen nebenbei auf unterschiedlichen Feldern mit. „Da gibt es keine Struktur“, sagt Kohl. Manche haben Abschleppdienste, andere Werkstätten oder Kfz-Shops, wieder andere handeln mit Autoneu- oder Gebrauchtteilen. Die wenigsten aber bieten brauchbare Internetauftritte, eine erkennbare Marketingstrategie oder gar eine vorzeigbare, moderne Infrastruktur auf dem eigenen Gelände.

Auch bei den Reschs dominieren Gegensätze. Als Besucher schreitet man durch den Eingang hinein in ein buntes Sammelsurium ohne klare Linie: Neben einem imposanten Altreifen-Lager leben Hühner in einem Stall, in Blickweite eines kitschig bepflanzten Gartenabschnitts blickt man auf Tonnen voller Autotüren und Motoren. Dieser Schrottplatz in Waiblingen ist ein liebevolles Kleinod, in dem man fast darüber hinwegsehen möchte, dass die Einrichtung der Garagen überkommen ist, dass überhaupt vieles hier wirkt wie stehengeblieben in besseren Zeiten. Aber lässt sich darauf eine wirtschaftliche Zukunft bauen?

Die Umsätze sinken rapide

Bis vor gut zehn Jahren – damals teils auch befeuert durch die Abwrackprämie – habe man täglich zwischen 1.000 und 5.000 Euro umgesetzt, sagt Resch junior. Heute seien es an guten Tagen 400 und an schlechten nur noch 100 Euro. Und die schlechten Tage werden immer mehr. Der Juniorchef will vieles modernisieren, den Betrieb perspektivisch vielleicht sogar ganz umbauen und sich vom Schrotthandel verabschieden. Es wäre das Ende einer fast 50-jährigen Autoverwerter-Familienära, womöglich ein unvermeidbares.

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