Schwache Zahlen von Daimler

Autor / Redakteur: dpa / Jens Rehberg

Dieter Zetsche muss auf seiner letzten Bilanzpressekonferenz einen herben Gewinnrückgang einräumen. Den Aktionären kündigte er eine Dividendenkürzung an. Er selber bekommt ab 2020 offenbar über 4.000 Euro Betriebsrente pro Tag.

Dieter Zetsche
Dieter Zetsche
(Bild: Daimler)

Daimler will nach einem schwachen Vorjahr stärker auf die Kosten achten. „Für Daimler war 2018 ein Jahr mit starkem Gegenwind“, sagte der scheidende Konzernchef Dieter Zetsche am Mittwoch in Stuttgart. Bereits im vergangenen Jahr war die Pkw-Marge mit 7,8 Prozent unter die Zielmarke von 8 bis 10 Prozent gerutscht – und auch 2019 geht der Dax-Konzern nur von 6 bis 8 Prozent aus. „Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein“, sagte Zetsche. „Deshalb haben wir begonnen, umfassende Gegenmaßnahmen zu erarbeiten.“

Es dürfte aber noch etwas dauern, bis diese fruchten. „Unser Anspruch ist, bis 2021 wieder in unseren angestrebten Renditekorridor von 8 bis 10 Prozent zu kommen“, sagte Zetsche. Bereits 2017 hatte Daimler bei Mercedes ein neues Sparprogramm aufgelegt, das einen Schub von 4 Milliarden Euro über die nächsten Jahre bringen sollte. Details zu weiteren möglichen Maßnahmen wurden zunächst nicht genannt. „Das Umfeld bleibt 2019 äußerst herausfordernd“, sagte Zetsche. Das Kerngeschäft sei allerdings wettbewerbsfähig, damit könne der Konzern seine Zukunft selbst gestalten.

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Zetsche übergibt bei der Hauptversammlung im Mai die Führung an Entwicklungschef Ola Källenius. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte in der vergangenen Woche ausgerechnet, dass Zetsche ab 2020 täglich circa 4.200 Euro Betriebsrente erhalten wird. Auf seiner letzten Bilanzpressekonferenz musste der Vorstandschef nun wegen des Gewinneinbruchs im Vorjahr den Aktionären eine Kürzung der Dividende auftischen. Die Anteilseigner sollen für das abgelaufene Jahr mit 3,25 Euro je Papier 40 Cent weniger Ausschüttung erhalten als im Vorjahr. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn war um 29 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro eingebrochen. Die Aktie fiel kurz nach dem Handelsstart um 1,7 Prozent.

Unter anderem drückte der Zollstreit zwischen den USA und China auf die Gewinne, außerdem belasteten Dieselrückrufe, absehbare Kosten für das früher verwendete Kältemittel R134a und die Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsstandards WLTP.

Umsatz soll 2019 leicht steigen

Insgesamt soll der Konzernumsatz in diesem Jahr leicht zunehmen – das heißt um zwischen 2 und 7,5 Prozent. Das im Vorjahr deutlich eingebrochene Ergebnis will Daimler nun wieder zwischen 5 und 15 Prozent steigern. Dabei ist der voraussichtliche Sonderertrag aus der Gründung des Carsharing-Joint-Ventures mit BMW bereits enthalten. Belasten dürfte hingegen ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag für die Verselbstständigung der Sparten. Bedeutend höhere Materialkosten und negative Wechselkurseffekte kommen hinzu.

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Weiter besser laufen soll es allerdings in der zweitwichtigsten Sparte, bei den schweren Lkw. Hier rechnet Daimler 2019 mit einer Umsatzrendite von 7 bis 9 Prozent (Vorjahr: 7,2%). Schon im Vorjahr hatte die Sparte wegen des Booms auf den Lkw-Märkten vor allem in Nordamerika besser abgeschnitten.

Die Trucks und Vans sorgten zusammen mit der Finanzsparte dafür, dass der Umsatz im Jahr 2018 konzernweit um 2 Prozent auf 167,4 Milliarden Euro stieg. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging allerdings unerwartet kräftig um 22 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zurück. Der Autokonzern gab neben den Sonderkosten auch viel Geld für neue Modelle und neue Technik wie Elektroantriebe aus.

Im Gesamtjahr verfehlte Daimler beim für die Dividende wichtigen freien Geldzufluss aus dem Fahrzeugbaugeschäft das Ziel, den Auszahlungsbetrag der Vorjahresdividende in Höhe von insgesamt 3,9 Milliarden Euro zu erreichen. Am Ende stand ein positiver freier Mittelzufluss von 2,9 Milliarden Euro. In diesem Jahr sollen die Zuflüsse leicht steigen.

Daimler verfüge weiter über hohe Geldbestände und eine robuste Bilanz, sagte Finanzchef Bodo Uebber. 2019 und 2020 werde Daimler knapp 15 Milliarden Euro in Sachanlagen sowie mehr als 18 Milliarden in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investieren.

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