Seat greift als E-Automarke nach dem chinesischen Markt

Autor: Andreas Grimm

Als Impulsgeber in den Bereichen Design und Forschung war Seat bereits in China im Hintergrund aktiv. Doch in wenigen Jahren wird die Marke auch im Straßenbild zu sehen sein, sehr wahrscheinlich allerdings als E-Auto-Spezialist.

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(Foto: Grimm)

Seat greift im Rahmen der strategischen Internationalisierung nun auch nach China. Der spanische Autobauer will dem bereits bestehenden Joint Venture JAC Volkswagen Automotive als Aktionär beitreten. Bereits zuvor hatten sich die Spanier in den Bereichen Design und Forschung eingebracht. Die am Montag in Berlin im Rahmen der deutsch-chinesischen Wirtschaftsgespräche unterzeichnete Absichtserklärung wird „voraussichtlich 2020 bis 2021 zur Einführung der Marke Seat auf dem chinesischen Markt führen“, heißt es in einer Mitteilung des Importeurs.

Mit dem Schritt stellt sich Seat internationaler auf. Bis zur Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 war das Fabrikat stark auf (Süd-)Europa konzentriert, die wegbrechenden Verkäufe in der Folge der Krise hatten den Autobauer tief erschüttert, sogar eine Ende der Marke schien denkbar. Seither erschließt Seat neue Märkte, auf dem weltgrößten Automarkt bietet sich den Spaniern viel Potenzial, das etwa die Schwestermarke Skoda schon lange erfolgreich nutzt.

Seat-Chef Luca de Meo bezeichnete die Vereinbarung als Eintritt in eine neue Ära, „in der es uns möglich wird, die Marke zu globalisieren und die Entwicklung des Elektrofahrzeugs zu stärken“. Tatsächlich scheint der Fokus der Einführung von Seat in China auf der Elektromobilität zu liegen. Ein Bestandteil der Vereinbarung des chinesischen Herstellers JAC, von VW China und Seat besagt, dass die drei Parteien gemeinsam ein Zentrum zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen, Technologien für Konnektivität und autonomes Fahren einrichten sowie eine eigene leistungsstarke Plattform für E-Fahrzeuge (BEVs) am Markt etablieren wollen.

Diese Plattform dürfte für neue Produkte gedacht sein, die in China und Asien vertrieben werden. In Europa strebt Seat ein E-Auto für 2019 an, das auf der Konzernplattform MEB steht (Modularer Elektro Baukasten). Für das Joint Venture JAC Volkswagen plant der Konzern, „in den nächsten 7 bis 8 Jahren rund 40 neue, lokal produzierte rein elektrische Fahrzeuge und Plug-in Hybride der Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat sowie des neuen Joint Ventures mit JAC auf den Markt zu bringen“.

Die Seat-Vereinbarung bezeichnete Jochem Heizmann, Vorstandschef der Volkswagen Group China, in einer Konzernmitteilung dementsprechend als wichtigen Bestandteil zur „Umsetzung unserer Elektro-Offensive auf dem chinesischen Markt “. Die Volksrepublik China ist der weltweit größte Markt für E-Mobilität. Im Rahmen der Elektrifizierungsoffensive „Roadmap E“ will der Volkswagenkonzern im Jahr 2025 rund 1,5 Millionen E-Fahrzeuge an Kunden ausliefern. Offen ist derzeit noch, ob Seat durch eine Kapitalerhöhung Aktionär von JAC Volkswagen wird oder ob die Spanier Anteile der VW Group China übernehmen.

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Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«