Seat-Händler: Stabile Marge für CI-Anpassung unerlässlich

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

Die Seat-Partner freuen sich über das fortgesetzte Absatzplus. Doch angesichts anstehender Investitionen weist der Händlerbeirat auf beginnende Fehlentwicklungen hin.

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(Foto: Grimm)

Seat hat die Verkäufe in Deutschland seit dem letzten Jahr gut entwickelt. Doch das anhaltende Absatzplus darf aus Sicht des Händlerverbands nicht über Probleme im betrieblichen Alltag und im Verhältnis zum Importeur hinwegtäuschen. Auf der Jahreshauptversammlung des Seat-Händlerbeirats am Samstag in Dresden formulierten die Mitglieder zahlreiche Kritikpunkte aus den Bereichen Marketing und Verkauf sowie Werkstatt und Kundendienst in Richtung Seat Deutschland.

An der generell positiven Entwicklung des spanischen Fabrikats will der Sprecher des Händlerbeirats, Benno Schulz, nicht rütteln. Doch steigende Absatzzahlen allein sagen noch nichts über die Renditen aus. Und die sind bei Seat angesichts der laufenden und bevorstehenden Investitionen in die Schauräume – speziell durch die Umstellung aller Betriebe auf die neue CI bis 2018 – für die Händler wichtiger denn je. „Die Händler müssen investieren und dafür braucht es eine Rendite, die dauerhaft über zwei Prozent liegt“, sagte Schulz.

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Dies sei umso wichtiger, als die Investitionen wohl höher ausfallen als ursprünglich erwartet. Mit der Inneneinrichtung allein ist es nicht getan. Viele Händler müssen auch neu-, an- oder oder umbauen. Für das vergangene Jahr gibt Seat Deutschland die durchschnittliche Rendite im Handel mit 2,2 Prozent an (nur Händler, die schon mindestens zwei Jahr im Netz sind).

Seat sucht den USP

Generell sei die Weiterentwicklung des Erscheinungsbilds von Seat im Wettbewerb richtig, stellte Schulz klar. Aber letztlich komme der Kunde „nicht wegen der Fliesen und der teuren LED-Leuchten an der Decke, sondern wegen der Produkte“. Die allerdings sind nicht immer so verfügbar, wie es die Händler brauchen und die Kunden erwarten.

Um Autos in einem wettbewerbsintensiven Markt zu verkaufen, sind zudem gute Argumente für den Verkauf gefragt. Hier hat Seat aus Sicht des Beirats an Vorsprung eingebüßt. „Wir waren Erfinder der Null-Prozent-Finanzierung. Jetzt hat sie jeder“, brachte es Martin Braunheim, Sprecher des Arbeitskreises Marketing und Verkauf, auf den Punkt. Tatsächlich verspüren die Händler derzeit einen Rückgang des Auftragseingangs. An das Seat-Marketing richtete Braunheim entsprechend die Bitte, gegenzusteuern und wieder ein Alleinstellungsmerkmal für die Verkaufsgespräche zu entwickeln.

Ungeachtet der aktuellen Entwicklung positiv bewertet Seat-Geschäftsführer Bernhard Bauer die Entwicklung des Fabrikats im ersten Halbjahr, das seinen Absatz laut dem Kraftfahrtbundesamt bis Ende Mai um 2 Prozent gesteigert hat. Bauer rechnet damit, im zweiten Halbjahr diese Entwicklung weiterzuführen. Seat werde zudem den Marketingdruck hochhalten, um die positive Entwicklung bis zur SUV-Einführung im kommenden Jahr zu erhalten. Generell versprach er „offene Türen in Weiterstadt“ für alle Kritikpunkte, die die Entwicklung der Marke behindern.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«