Seat: Händlerbeirat und Importeur schnüren Hilfspaket für Partner

Autor: Andreas Grimm

Der Stillstand in Deutschland trifft den Handel heftig. Um die Seat-Betriebe handlungsfähig zu halten, hat der Importeur mit den Händlervertretern vielfältige Maßnahmen beschlossen. Ziel ist die Liquidität zu erhalten und derzeit unnötige Bestimmungen auszusetzen.

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Der Seat-Handel soll sicher durch die Corona-Krise kommen, der Importeur schnürt daher ein vielfältiges Hilfspaket.
Der Seat-Handel soll sicher durch die Corona-Krise kommen, der Importeur schnürt daher ein vielfältiges Hilfspaket.
(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

In der Corona-Krise springen Seat Deutschland und die mit dem Importeur verbundene Volkswagen Bank den Vertragspartnern bei. Viele Maßnahmen zielen dabei auf die kurzfristige Sicherung der Liquidität ab, aber auch die Sicherung von Einnahmen durch die Auszahlung von Boni. Das geht aus einem Schreiben an die Händler vom 23. März hervor, das »kfz-betrieb« vorliegt. Das Maßnahmenpaket steckt zudem das weitere Vorgehen hinsichtlich des Vertriebs, der Händlerorganisation, der Kundenbetreuung und des Marketings ab.

Die Hilfen und Maßnahmen seien in enger Abstimmung mit dem Händlerbeirat entwickelt worden, heißt es in dem Schreiben. Es sichert den Partnern unter anderem zu, dass „permanent alle verantwortlichen SEAT-Mitarbeiter sowohl telefonisch als auch per E-Mail für Sie erreichbar sind“. Das ist umso wichtiger, da der Außendienst vorerst nicht mehr zu den Betrieben kommen wird.

Auf Nachfrage bestätigt Benno Schulz, Sprecher des Seat-Händlerbeirats, einen ständigen Austausch mit dem Importeur – im Vorfeld des Schreibens und auch „seither täglich“. Angesichts einer sich ständig verändernden Lage werde nicht lange im Voraus geplant, sondern Tag für Tag entschieden und gehandelt. Mit den vereinbarten Maßnahmen bekommen die Seat-Partner, „was wir uns gewünscht haben. Es ist ein tolles Paket geschnürt worden.“ Positiv stimmt ihn nicht zuletzt die Aussage des Importeurs, den Handel dauerhaft als Partner zu benötigen und daher mit dem bestehenden Netz durch die Krise gehen und es erhalten zu wollen.

Seat Deutschland selbst bekannte sich auf Anfrage von »kfz-betrieb« bereits schon vorige Woche grundsätzlich dazu, „die Partner mit den derzeit unabsehbaren Folgen nicht im Regen stehen zu lassen“. Das inzwischen verkündete Maßnahmenpaket werde „den Umgang mit der Situation ermöglichen und die Zukunftsfähigkeit der Betriebe sicherstellen“. Konkret sind in dem sechsseitigen Maßnahmenkatalog unter anderem folgende Punkte vereinbart:

  • Erhöhung des Zahlungsziels für alle Fahrzeuglieferungen (Neuwagen) und Fahrzeuge im Bestand, die bereits ausgeliefert wurden und noch nicht finanziert sind, auf zusätzlich 120 Tage
  • Laufzeit-Ausweitung befristeter Krediterhöhungen von derzeit 90 auf bis zu 270 Tage (Einkaufsfinanzierung, Factoring & Kontokorrent)
  • Aussetzung von Ratenplänen für Abschlagszahlungen (Neuwagen und Gebrauchtwagen) für maximal 3 Mal 90 Tage, auch unmittelbar aufeinander folgend (somit maximal 270 Tage)
  • Ratenstundung (Zins- und Tilgung) für bankeigene Darlehen für maximal 270 Tage
  • Zeitnahe Auszahlung des Leistungsbonus für das erste Quartal unabhängig von der Zielerreichung zu 100 Prozent, Partner mit Übererfüllung erhalten den höheren Bonus
  • Aussetzung der Einhaltung der Vorführwagenverpflichtung als Zahlungsvoraussetzung bis zum 30.04.2020
  • Bis auf Weiteres Aussetzung aller geplanten Präsenztrainings, Inhouse-Trainings, Auswahlverfahren (AC), Prüfungen sowie Coaching- und Beratungstermine sowohl im Sales als auch im Aftersales
  • Aussetzung verschiedener Audits
Tipps in der Corona-Krise Die Folgen des Kampfes gegen die Corona-Ausbreitung haben die Kfz-Branche überrollt. Welche Hilfen gibt es? Wie unterstützen Staat und Branchenpartner die Händler und Werkstätten? Und was ist eigentlich noch erlaubt? Antworten darauf und erste Anwender-Tipps aus der Branche gibt »kfz-betrieb« in einem neuen Bereich auf der Webseite.

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Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«