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Seat Leon: Vierte Generation schafft Raum für mehr

| Autor: Andreas Grimm

Was für VW der Golf ist und Skoda am Octavia hat, spielt Seat mit dem Leon aus. Nicht ohne Grund kommen die drei Modelle mehr oder weniger gleichzeitig neu. Der Leon gibt sich dabei Seat-typisch sehr sportlich, entdeckt aber auch sein Herz für die Familie.

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Seat bringt das Kompaktklassemodell Leon in der vierten Generation auf den Markt. Das zentrale Modell der Marke präsentiert sich als flotter Spanier mit steigendem Platzangebot.
Seat bringt das Kompaktklassemodell Leon in der vierten Generation auf den Markt. Das zentrale Modell der Marke präsentiert sich als flotter Spanier mit steigendem Platzangebot.
(Bild: Seat)

Seat kennt seit Jahren nur noch den Weg nach oben. Die Zulassungszahlen steigen weltweit – in Deutschland so sehr, dass der hiesige Markt inzwischen der größte für die Spanier ist. Hört man in den Handel, hätte sich die Entwicklung in diesem Jahr fortgesetzt, der Auftragseingang lag über Plan. Die Auslieferungen sind durch die Decke geschossen (+ 25 % nach zwei Monaten). Und dann kommt ja auch noch die neue, die vierte Generation des Seat Leon. Leider kam das Covid-19-Virus zuerst. Jegliche Prognose ist daher derzeit Makulatur, der deutsche Importeur zieht es derzeit vor, strategische Fragen nicht zu beantworten.

Am 25. April sollte der Leon im Handel starten. Ob es dazu kommt, ist allerdings noch unklar, auch weil sich noch nicht abschätzen lässt, ob die Autohäuser dann bundesweit wieder offen sind. Ein vernehmbarer Marktstart mit lokalen und überregionalen Aktionen ist aus jetziger Sicht eher unwahrscheinlich, ein Bestellstart schon eher. Aber auch der bringt nicht viel, wenn die Fabriken dann noch geschlossen sein sollten.

Seat Leon: Vierte Generation wird länger und vielfältiger
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Auch noch nicht sicher, aber einigermaßen abzuschätzen ist der Preis: Kosten wird der Leon als Fünftürer wohl rund 20.000 Euro, der parallel anlaufende Kombi namens ST liegt etwa 1.000 Euro darüber. Dafür bekommt der Käufer ein 4,37 Meter langes, 1,80 Meter breites und 1,46 Meter hohes Kompaktklassemodell, das von einem 1,5-Liter TSI-Motor angetrieben wird, der 96 kW/130 PS leistet. Den Normverbrauch gibt Seat mit 5,4 Liter an (122 g/km CO2-Ausstoß, Abgasnorm Euro 6d-temp).

Natürlich bekommt der Käufer damit auch VW-Technik satt, die allerdings in ein aufregenderes Gesamtpaket verpackt ist, als es Golf oder Octavia liefern. Der Leon dagegen hat den stärkeren und mit dem DCC-Fahrwerk auf Knopfdruck auch den sportlicheren Charakter. Der kompakte Spanier schneidet bestimmter durch die Kurven, erfordert etwas mehr Kraft am Lenkrad, quittiert das mit der besseren Rückmeldung – und wird so zum Fahrerauto in der Familie: Aktivurlaub statt Pauschalreise, Barcelona statt Buxtehude.

Mediterraner Verführer Leon

Wo der Golf die konservative Konstante in der Kompaktklasse gibt, spielt Seat mal wieder den mediterranen Verführer: Nicht nur das Design ist deshalb leidenschaftlicher als bei VW, auch das Fahrverhalten des Leon wirkt lebendiger. Ja, der Golf ist und bleibt der Souverän, macht es allen recht und erlaubt sich weder in der Stadt, noch auf dem Land oder der Autobahn den kleinsten Fehler. Doch ist er damit etwa so spannend wie die eine Kaffeefahrt nach Castrop-Rauxel.

Positiv am neuen Leon fällt zudem auf, dass er sich nicht mehr allein um das Wohl des Fahrers (und Käufers) kümmert, sondern alle Insassen mit mehr Platz bedenkt. Weil der Radstand um rund fünf Zentimeter auf 2,69 Meter gewachsen ist und das Auto in der Länge sogar um neun Zentimeter auf 4,37 Meter zulegt, ist das Ergebnis – passend zu diesen Virus-Zeiten – etwas mehr Distanz der Passagiere.

Das zeigt sich vor allem im Fond, wo die Knie mehr Freiheiten haben und die Fahrgäste kein Ölsardinen-Gefühl mehr entwickeln müssen. Wer sich des Gepäcks wegen für einen Kombi entscheidet, wird den Raumgewinn beim Laden sofort bemerken: Während der Fünftürer unveränderte 380 Liter fasst, passen hinter die große Klappe des Sportstourers nun 620 statt 587 Liter. Raum für mehr Gepäck also – und damit für den ein oder anderen neuen Kunden.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«