Seat sucht SUV-Namen per Schwarmintelligenz

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die Namensfindung für ein Automodell ist normalerweise eine hochgeheime Mission der Marketingstrategen. Über die Bezeichnung des nächsten Seat-SUV entscheiden nun die Kunden – zumindest ein bisschen.

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Das dritte Seat-SUV kommt 2018. In die Namenssuche bindet der Autobauer nun seine potenziellen Kunden ein.
Das dritte Seat-SUV kommt 2018. In die Namenssuche bindet der Autobauer nun seine potenziellen Kunden ein.
(Bild: SP-X)

Seat bezieht erstmals die Kunden in die Namensfindung für das nächste neue Modell ein. Sie werden aufgefordert, für den großen SUV, der 2018 auf den Markt kommen soll, über eine spezielle Webseite Namensvorschläge einzureichen und am Ende dann auch über die endgültige Bezeichnung zu entscheiden. Das sagte Seat-Vorstandschef Luca de Meo in Barcelona.

Seit der Ankündigung im März, das große SUV 2018 einzuführen, habe Seat bereits zahlreiche Vorschläge aus ganz Spanien für den Namen des neuen Modells erhalten, heißt es vom Hersteller. Aufgrund dieses breiten Echos in der Öffentlichkeit sei die Entscheidung gefallen, das derzeitige Interesse an der Marke für die Namensfindung zu nutzen. Nebenbei hinterlassen die Teilnehmer natürlich ihre E-Mail-Daten.

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Mit dem neuen Modell rundet Seat das SUV-Angebot um ein großes Modell oberhalb des Ateca ab. Einen Vorgeschmack hatte der Autobauer auf dem Genfer Salon 2015 gegeben, als die „Vision Vente Vente“ (geschrieben 20V20) vorgestellt wurde. Das Modell wird als 5- bis 7-Sitzer gebaut und damit zum Schwestermodell des Skoda Kodiaq.

Mehrere Abstimmungsrunden, viele Vorgaben

Die Aktion mit der Social-Media-fähigen Bezeichnung #SEATseekingName, die am 1. Juni startete, umfasst mehrere Phasen. Im ersten Schritt können die Namensfinder aus aller Welt bis zum 22. Juni ihre Favoriten auf der Webseite seat.com/seekingname eintragen. Danach schalten sich die Seat-Namensfindungsspezialisten, aber auch Kunden aus verschiedenen Ländern ein und treffen eine Vorauswahl. Zudem werden Tests durchgeführt, wie die Vorschläge in den verschiedenen Zielmärkten funktionieren.

Aus den Einreichungen werden dann „mindestens drei Namen“ herausdestilliert, die auf der IAA in Frankfurt bekannt gegeben werden. Vom 12. bis 25. September wird dann aus diesen Namen der Sieger in einer öffentlichen Abstimmung gesucht und der Name des neuen SUV dann am 15. Oktober verkündet.

Zudem werden die Namensvorschläge durch Vorgaben in eine für Seat passende Richtung gelenkt. Insbesondere gibt es keine Chance, vom bisherigen Muster abzuweichen, einen Seat stets nach einem Ort zu benennen. Seit der Einführung des Seat Ronda im Jahr 1982 wurden 13 Namen so gefunden – etwa Toledo, Leon oder Alhambra, zuletzt waren es die beiden SUV Ateca und der Arona.

Weiter gehört zu den Kriterien für die Namensfindung, dass „der Name zu den Seat-Markenwerten und den Eigenschaften der Produkte passen muss und nicht zuletzt muss er in verschiedenen Sprachen einfach auszusprechen sein“. Man fragt sich angesichts dieses Korsetts ein wenig, ob den Namensstrategen in Barcelona ganz einfach die Ideen ausgegangen sind und sie deshalb auf die Schwarmintelligenz setzen.

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