Seat Tarraco soll Cashcow des Autobauers werden

Großes SUV komplettiert die Produktoffensive

| Autor: mid/gr

Seat hat den Tarraco erstmals vorgestellt. Bis zum Bestellstart des Siebensitzers vergehen allerdings noch einige Monate.
Seat hat den Tarraco erstmals vorgestellt. Bis zum Bestellstart des Siebensitzers vergehen allerdings noch einige Monate. (Bild: Seat)

Die Marke Seat strebt mit dem SUV Tarraco in eine höhere Liga. Gleichzeitig ist die Zugehörigkeit zum VW-Konzern in der Formensprache nicht zu verleugnen. Das neue SUV ähnelt dem VW Tiguan Allspace und dem Skoda Kodiaq. Wie der tschechische Cousin rundet er das Seat-Modellangebot nach oben ab. Gleichwohl gibt es einen individuellen Touch durch die Kunst der Seat-Designer. Und natürlich fährt immer die spanische „Emoción” mit, wie allein schon die Modell-Enthüllung in der römischen Arena von Tarragona zeigte. Die Modellbezeichnung Tarraco entspricht dem antiken Namen der Ortschaft in der Nähe von Barcelona.

Ein wenig müssen die Kaufinteressenten allerdings noch warten. Der Bestellstart für das Modell ist im Dezember, sprich in diesem Jahr wird es nichts mehr mit einem Siebensitzer von Seat. Die Händler werden es verschmerzen können, haben sie doch seit Monaten genug zu tun, die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. In Deutschland hatte die Marke im ersten Halbjahr 16,4 Prozent mehr Autos abgesetzt. Im August explodierten die Erstzulassungen um 93 Prozent wegen der WLTP-Umstellung – auch hier haben die Betriebe nun alle Hände voll zu tun mit der Vermarktung der jungen Gebrauchten. Zudem müssen sie sich mit den Verhandlungen um neue Partnerverträge auseinandersetzen.

Trotz des historischen Bezugs kommt das Design absolut unaufgeregt und harmonisch daher. Die Silhouette wirkt ausgesprochen schlicht und sachlich. Doch ein paar Akzente sorgen für optischen Pfiff: Die schmalen, keilförmigen LED-Leuchten sowohl am Heck als auch im Frontbereich verleihen dem Outfit sportliche Eleganz. Dazu passt der sechseckige Kühlergrill mit seinem markanten, aber keineswegs aggressiven Rauten-Muster.

Als drittes Modell der SUV-Produktoffensive von Seat soll das im Werk in Martorell (Barcelona) entwickelte und in Wolfsburg zusammen mit Technik-Bruder Tiguan gebaute Fahrzeug einen Ausblick auf die zukünftige Designsprache der kommenden Seat-Modelle geben. Der Tarraco will laut Seat nicht nur das Image der Marke weiter voranbringen, sondern auch neue Käufergruppen erschließen und in Zukunft wesentlich zum Unternehmensgewinn beitragen. Details zu den Preisen nannte Seat noch nicht, die Preisliste dürfte sich am Konzern-Pendant Skoda Kodiaq orientieren, so dass der günstigste Tarraco wohl ab 32.000 Euro erhältlich sein wird.

Motoren und Cockpit aus dem Konzernregal

Bekannte Assistenzsysteme wie Spurhalter, City-Notbremse mit Radfahrer- und Fußgänger-Erkennung sind Serie, Totwinkelwarner, Verkehrszeichenerkennung, Stauassistent oder Tempomat sind optional erhältlich. Der Tarraco ist außerdem mit virtuellem Cockpit lieferbar, das alle fahrrelevanten Informationen auf einem 10,25-Zoll-Display hinter dem Lenkrad anzeigt. Es hält derzeit nach und nach in den Modellen des Konzerns Einzug. Skoda hatte es erstmals auf der IAA 2017 vorgestellt.

„Seat erlebt die größte Produktoffensive seiner jüngeren Unternehmensgeschichte", betont Seat-Chef Luca de Meo bei der Präsentation in Tarragona. Die Einführung des Tarraco, des ersten großen SUV, sei Teil der 3,3 Milliarden Euro umfassenden Investition in das Fahrzeugangebot und damit in die Zukunft des Unternehmens.

Zur Motorenpalette gehören zwei Benzin-Motoren: ein 1.5-Liter-TSI-Motor mit vier Zylindern und 110 kW/150 PS in Verbindung mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe und Vorderradantrieb sowie ein 2.0-Liter-TSI-Motor mit 140 kW/190 PS, der an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und 4Drive Allradantrieb gekoppelt ist. Außerdem will Seat den Tarraco mit einem 2.0-Liter-TDI-Dieselmotor mit Leistungen von 110 kW/150 PS und 140 kW/190 PS anbieten. Später soll es für den Tarraco auch alternative Antriebstechnologien geben.

Bei der ersten Sitzprobe fällt das großzügige Platzangebot auf. Auch große Menschen können sich auf allen Sitzen gut ausbreiten, und für Gepäck steht ebenfalls Raum in Hülle und Fülle zur Verfügung. Und das ist kein Zufall: Denn der Tarraco wurde für Fahrer entwickelt, die Fahrspaß und gleichzeitig Funktionalität in ein und demselben Fahrzeug suchen. Menschen, die die praktischen Vorzüge von bis zu sieben Sitzen suchen, um über ausreichend Platz für Freunde und Familie zu verfügen, sich aber dennoch ein Fahrzeug wünschen, das auf den Fahrer ausgerichtet ist und eine hohe Dynamik bietet. Entscheidend für dieses ausgewogene Verhältnis von Alltagstauglichkeit und dynamischem Fahrverhalten ist die neueste Technologie des Volkswagen-Konzerns sowie die MQB-A-Architektur mit langem Radstand, auf der das SUV als Teil des Modularen Querbaukastens (MQB) basiert.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45505515 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Byton: „Ein digitales Erlebnis“

Byton: „Ein digitales Erlebnis“

45.000 Euro netto will das chinesische Start-up Byton für sein Elektro-SUV M-Byte verlangen. Nach dem Start in China Anfang 2020 soll das Auto ein Jahr später auch nach Europa kommen. Byton-Manager Andreas Schaaf erläutert die Pläne des Fabrikats. lesen

Caroobi: Räuber oder Robin Hood?

Caroobi: Räuber oder Robin Hood?

Caroobi schaltet sich immer häufiger zwischen freie Werkstatt und Endkunde. Aus Sicht der Berliner geschieht das nur zum Vorteil der Betriebe. Die künftigen Pläne des Start-ups erläutert Geschäftsführer Philipp Grosse Kleimann. lesen