Seitz-Gruppe: Der Schwiegersohn übernimmt vom Senior

Autor: Andreas Grimm

Ein gut geplanter Wechsel an der Unternehmensspitze sorgt für reibungslose Prozesse. Eine ruhige Stabübergabe ist nun der Autohausgruppe Seitz im 90sten Jahr ihres Bestehens gelungen. Auf Jörg Seitz folgt der Schwiegersohn.

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Jörg Seitz stand 40 Jahre an der Spitze der Seitz-Gruppe. Jetzt hat er die Verantwortung abgegeben.
Jörg Seitz stand 40 Jahre an der Spitze der Seitz-Gruppe. Jetzt hat er die Verantwortung abgegeben.
(Bild: Seitz-Gruppe)

Die Seitz-Gruppe steht seit dem 1. August unter neuer Führung. Im Rahmen eines geplanten Generationswechsels hat Hauptgesellschafter Jörg Seitz die Führung des Mehrmarkenhändlers aus dem Allgäu an Martin Osterberger-Seitz übergeben. Der 72-jährige Seniorchef hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Kempten 40 Jahre lang geleitet und überträgt das Unternehmen im 90sten Jahr des Bestehens an seinen Schwiegersohn.

„Viele meiner Kollegen müssen ihren Betrieb verkaufen, weil es innerhalb der Familie keinen Nachfolger gibt. Ich bin in der glücklichen Lage, die Geschäftsleitung meinem Schwiegersohn zu übertragen, der das Unternehmen in die digitale Zukunft führen wird“, sagte Jörg Seitz anlässlich einer Feier zum Firmenjubiläum. Der 39-jährige Martin Osterberger-Seitz ist bereits seit neun Jahren im Unternehmen und für den Vertrieb zuständig.

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Der Generationenwechsel wurde laut einer Mitteilung der Unternehmensgruppe mit externer Unterstützung langfristig vorbereitet. Bereits seit gut zwei Jahren hat Osterberger-Seitz zusammen mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Bernd Czolkos das operative Tagesgeschäft weitgehend selbstständig gemanagt. Czolkos verantwortet auch künftig im Führungsteam die Bereiche Finanzen und Werkstätten.

Martin Osterberger-Seitz, der damit in vierter Generation den Händler führt, sieht eine der dringlichsten Aufgaben darin, mit den grundlegenden Veränderungen in der Branche Schritt zu halten. In Fragen der Digitalisierung und des Online-Handels, der E-Mobilität und des autonomen Fahrens „werden wir optimal aufgestellt sein“, kündigte er an. „Unser Ziel ist es, uns vom Prozesschampion zum Kundenchampion zu entwickeln und auch unser Arbeitsleben attraktiver und einfacher zu gestalten.“

Jörg Seitz wird sich nach seinem Rückzug von der Unternehmensspitze nicht ganz in den Ruhestand verabschieden. Er bleibt Geschäftsführer seiner beiden Porsche-Zentren in Augsburg und Kempten. Zudem wird er als Vorsitzender des neu gegründeten Aufsichtsrats der Seitz-Gruppe verbunden bleiben. Sein Sohn Walter Seitz (44) und seine Tochter Stefanie Seitz (37) werden ihm in diesem Gremium zur Seite stehen und ihn bei seiner Arbeit unterstützen.

Zur Seitz-Gruppe gehören derzeit 22 Betriebe an 11 Standorten. Das 1928 in Isny gegründete Unternehmen, die Keimzelle war eine kleine Werkstatt mit Tankstelle, ist seit 1948 Vertragshändler für VW und expandierte früh. Bereits 1950 beschäftigte Seitz an fünf Standorten 240 Mitarbeiter. Inzwischen handelt die Gruppe auch mit Audi, Porsche, Seat, Skoda sowie Ford.

Derzeit beschäftigt die Seitz-Gruppe 983 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 12.350 Neu- und Gebrauchtwagen und erwirtschaftete einen Umsatz von 388 Millionen Euro.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«